Deutsche Flottillen in Griechenland 1941-1944

verfasst von René Stenzel

Mit dem Einmarsch der deutschen Truppen in Griechenland fielen der Kriegsmarine die Aufgaben zu, die langen Küstenlinien zu sichern, eventuelle feindliche Landungen abzuwehren und den Seetransport zur Inselversorgung zu organisieren. Um diese ihr gestellten Aufgaben zu erfüllen, wurden noch 1941 die 10., 11., 12. und 13. Küstensicherungsflottille und die Netzsperrflottille Süd aufgestellt. Die zum Jahresanfang 1942 begonnene Aufstellung der U-Jagdflottille Ägäis (später 21. U-Jagdflottille) ergab sich aus der Notwendigkeit, dem verstärkten Einsatz alliierter U-Boote im ägäischen Raum Herr zu werden.

Die Aufstellung dieser Flottillen, vor allem mit Vorpostenbooten, litt immer wieder an der ungenügenden Bereitstellung brauchbaren Schiffsraumes. Dies lag vor allem an dem doch relativ alten zur Verfügung stehenden griechischen Schiffsbestand, aus dem sich durch Ankauf, Beschlagnahme sowie Beute- und Prisenerklärungen bedient wurde. Erschwerend kam hinzu, daß außer im Großraum Piräus keine leistungsfähigen Werften zur Verfügung standen, so daß z.B. einige U-Jäger auf italienischen Werften umgebaut werden mussten.
Erleichternd kam hinzu, daß die unter italienischer Kontrolle befindlichen Gebiete von Westgriechenland, Peloponnes, Dodekanes und Ostkreta auch von diesen gesichert wurden und dem Kommandierenden Admiral Ägäis einige italienische Streitkräfte zeitweise zur Verfügung gestellt wurden.
Eine kleine, wenn auch nur vorübergehende Entspannung bei der Bereitstellung des benötigten Schiffsraumes brachte die Besetzung der französischen Südküste durch deutsche Kräfte und die Überführung einiger Motorboote (Jachten und Flugbetriebsboote) in die Ägäis zur Eingliederung in die dortigen Küstenschutzflottillen, sowie die Überführung der 12. Räumbootflottille aus der Heimat über die französischen Wasserstraßen.

Schlagartig vergrößerte sich mit Fall Achse nicht nur das zu sichernde Gebiet, sondern mussten zudem auch aus dem übrig gebliebenen und übernommenen italienischen Bestand Offensivstreitkräfte gebildet werden, um dem wachsenden Einfall alliierter Einheiten aus dem türkischen Hoheitsgebiet zu begegnen und die Rückeroberung der Inseln Kos, Kalymnos und Leros zu unterstützen. Logische Konsequenz waren die Aufstellung der 9. Torpedobootflottille, der 21. und 24. Schnellbootflottille und der Küstenschutzflottillen Westgriechenland, Peloponnes und Dodekanes.
Nach fast vier Jahren aufopferungsvollem Einsatz wurden die im Oktober 1944 noch vorhanden Schiffe und Boote (erzwungen durch die Räumung Griechenlands) selbst vernichtet. Nur eine Gruppe der 15. Landungsflottille und Teile der Küstenschutzflottillen Dodekanes und Kreta verblieben bis zum Kriegsende auf den besetzten Inseln im ägäischen Raum.


Die Aufstellung einer Datenbank über die deutschen Flottillen in Griechenland während des zweiten Weltkrieges stellt den Versuch dar, für alle von der Kriegsmarine erfassten und eingesetzten Schiffe und Boote einen Lebenslauf zu erstellen. Aufgrund der teils doch mangelnden Aktenlage sind diese sicher nicht vollständig und so sind die Mitarbeiter des Historischen MarineArchives für Hinweise jeder Art dankbar. Vor allem besteht hier großer Bedarf nach griechischem Quellenmaterial um Lücken zu schließen.
Bei der Strukturierung der Datenbank ergab sich das Problem, daß viele Einheiten in mehreren Flottillen fuhren, was eine Zuordnung zu einer bestimmten Flottillen-Datenbank erschwerte. Deshalb wurden die Einheiten unter ihrer letzten bekannten Kennung in die entsprechende Datenbank einsortiert.

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Deutsche Flottillen in Griechenland 1941-1944

Küstenschutzflottille Nordgriechenland

(incl. Hafenschutzflottille Saloniki,
Sicherungsflottille Saloniki,
10. Küstensicherungsflottille, KS-Fl. Mazedonien)

Küstenschutzflottille Lemnos

(incl. 11. Küstensicherungsflottille,
später zur Küstenschutzflottille Nordgriechenland)

4. Transportflottille

5. Transportflottille

9. Torpedobootflottille

15. Landungsflottille

Schnellbootflottillen in der Ägäis

(3., 21. und 24. Schnellbootflottille)

kommende Unterseiten:

- Küstenschutzflottille Peloponnes 
- Küstenschutzflottille Attika 
(incl. 12. Küstensicherungsflottille) 
- Küstenschutzflottille Kreta 
(incl. 13. Küstensicherungsflottille) 
- Küstenschutzflottille Westgriechenland 
- Küstenschutzflottille Dodekanes 
- Netzsperrflottille Süd 
- 12. Räumbootflottille 
- 21. U-Jagdflottille 
(incl. U-Jagdflottille Ägäis) 

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