1.Sicherungsflottille



Epoche : Kriegsmarine
Kennung : 1.Sicherungsflottille
Indienststellung : 05.10.1943
Ausserdienststellung : 00.05.1945
Verbleib : Im Juli 1945 entstand aus der Flottille die 1. Minenräumdivision (Kiel) der German Mine Sweeping Administration (GM/SA),


- 1.Sicherungsflottille

Die Flottille wurde am 5. Oktober 1943 aufgestellt. Sie ging hervor aus der Küstenschutzflottille westliche Ostsee (DWO) und der Sicherungsflottille Kaiser-Wilhelm-Kanal (DK). Befehlshaber war bis zu Auflösung im Mai 1945 der ehem. Sperrkommandant Kiel, Gerhard Schulz.

Die Flottille bildete Gruppen in Kiel, Schilksee, Flensburg, Travemünde und Warnemünde. Bis zum 1. Februar 1944 galten die übernommenen Kennungen DWo und DK . Von da an firmierten die Boote unter den Kennungen VS 51 bis VS 165. Gröner (DDK) benennt noch eine weitere Nummernfolge VS 101 bis VS 194; sie kann nicht vor 1945 gegolten haben, denn das Kriegstagebuch gibt bis 31. Dezember 1944 durchgehend die Nummernfolge ab 51 an.

Das Gros der Fahrzeuge war für Geleitaufgaben (Minengeleit), für die Bewachung der Hafensperren und Netzsperren an den Ostseeeingängen, und für Minensuch- bzw. räumaufgaben eingesetzt. Eine Ausnahme bildeten 8 Feuerschiffe (Light Vessels), die als Wachschiffe 1 bis 10 vor der Kieler Förde und vor Warnemünde stationiert wurden.

Zur Aufgabe im Dienste der Minenabwehr:
Im ganzen Jahr 1943 fanden 4 Mineneinflüge statt mit 82 festgestellten Minen, in dieser Zeit wurden 52 ELM (englische Luftminen) geräumt. Auf den Zwangswegen gingen 2 Handelsschiffe, abseits der Zwangswege weitere 8 verloren. Im Zeitraum Oktober bis Dezember 1943 gab es 1 Mineneinflug (am 2.10.) und es wurden 22 Minen geräumt.
Im Jahr 1944 fanden 24 Mineneinflüge statt mit 932 festgestellten Minen. 843 ELM wurden in der westlichen Ostsee geräumt. Auf den Zwangswegen gingen 4 Handelsschiffe, abseits der Zwangswege weitere 17 verloren.

Für alle Fahrzeuge der Flottille wurden die in [G] angegebenen Daten anhand der KTB's kritisch überprüft und korrigiert. Dabei ergaben sich zahlreiche Änderungen. Die Datensätze verstehen sich als Beitrag für eine Überarbeitung der Einträge in dem höchst verdienstvollen Werk "Die deutschen Kriegsschiffe 1815-1945" des Arbeitskreises Gröner.
01.10.1943 - 00.05.1945 Kpt.z.S. Gerhard Schulz [1]
Gröner, Deutsche Kriegsschiffe 1815-1945, Band 8, S.529/530
[A] Hildebrand/Lohmann, Kriegsmarine 1939-1945, Kap.65, S.101
[1a] KTB des Sperrkommandanten westliche Ostsee 16.06.1941 bis 30.09.1941, NARA T1022-2598, Scan 598 ff.
[1b] KTB des Sperrkommandanten westliche Ostsee 01.10.1941 bis 31.08.1942, NARA T1022-2685
[1c] KTB der Küstenschutzflottille westliche Ostsee 01.10.1942 bis 31.12.1942, NARA T1022-2676, Scan 658 ff.
[1d] KTB der Küstenschutzflottille westliche Ostsee 16.01.1943 bis 30.09.1943, NARA T1022-2677
[2a] KTB 1. Sicherungsflottille, NARA T1022-3525, Scan 58 ff.
[2b] KTB 1. Sicherungsflottille 01.08.-31.12.1944, NARA T1022-3526
[2c] KTB 1. Sicherungsflottille 16.-31.01.1945, BArch RM 73/6
[3] Rohwer, Fahrzeuge des dt. Minenräumdienstes. Marine-Rundschau Jg. 1961, Heft 1 (Link 1)
[4] WW2 Bomber Command Minefield Code Names (Link 3)
[3a] KTB Küstenschutzflottille westliche Ostsee, 01.10.1942 - 15.01.1943: PG 39359, NARA T1022-2676
[3b] KTB Küstenschutzflottille westliche Ostsee, 16.01. - 30.09.1943: PG 39359, NARA T1022-2677
[5] M.DV.Nr. 454: Anleitung zum Bergen und Entschärfen deutscher und fremder Sperrwaffen, Teil I (Link 2)