Infanterietransporter

verfasst von Rene Stenzel unter Mitarbeit von Klaus-Günther von Martinez, Karsten Klein und Reinhard Kramer

Infanterietransporter (Typ Siebelgefäß)

Für die Anlandung der 1. Welle von Sturmtruppen eines amphibischen Unternehmens stand der deutschen Wehrmacht zu Beginn des 2. Weltkriegs nur das kleine Sturmboot zur Verfügung. Dieses genügte nicht den entsprechenden Anforderungen. Es war bei stärkerem Seegang und Brandung nicht einsatzfähig.
Die Forderung an die Konstruktion eines neuen leichten Einsatzfahrzeuges waren folgende:
- seeverwendungsfähiges Angriffs-Landungsboot und Nachschubfahrzeug,
- eisenbahnverladbar zum Einsatzort,
- Montage ohne Werfthilfe und mit einfachsten Mitteln zu Wasser zu lassen.

Infanterietransporter (Siebelgefäß)

Infanterietransporter (Siebelgefäß) - Ägäis-Version

Daher entwickelte das Luftwaffen-Sonderkommando Siebel in Zusammenarbeit mit der Hamburgischen Schiffbau-Versuchsanstalt den Infanterietransporter, kurz I-Boot genannt (hier gibt es einen kurzen "Spiegel"-Artikel über Friedrich Siebel -->).
Das Boot hatte eine Länge von 18,5 m, eine Breite von 4 m und einen breiten Flachkiel. Mit diesen Abmessungen war es nicht eisenbahnverladbar und wurde daher in seiner Länge geteilt. Beide Bootshälften wurden an der Trennstelle mit einem Längsschott versehen, um sie im Wasser mittels Schrauben zusammenbauen zu können. Jede Hälfte erhielt einen Wellentunnel mit Propeller und dahinter angeordnetem Ruder, sowie einen Motorenraum mit Benzinmotoren der verschiedensten Typen. Der Brennstoff (2000 l Benzin) wurde in Bodenzellen mitgeführt. Zum Schutz für die Mannschaften und vor Leckagen in der Außenhaut waren ein leicht gepanzertes, durchgehendes Seitenlängsschott und ein Doppelboden vorgesehen.
Vor den Motorenräumen befand sich der nach oben offene Laderaum mit Holzbänken für die Sturmtruppen. Es konnten 40 Mann mit voller Ausrüstung aufgenommen werden. Zusätzlich befand sich im Vorschiff genügend Platz zur Aufnahme von Waffen und Munition. Bei Herausnahme der Bänke konnte das I-Boot mit bis zu 7 t beladen werden. Vor dem Laderaum konnte an Deck eine 2 cm Flak oder ein 15 mm Fla-MG aufgestellt werden.
Die Boote waren teilweise mit UK-Geräten ausgerüstet, ansonsten diente ein einsteckbarer Mast vor dem Steuerstand der Signalübermittlung.
Die Besatzung bestand aus einem Unteroffizier und sieben Soldaten, für die kein Unterkunftsraum vorgesehen war.

Technische Daten

Größenangaben: Maschinenanlage:
Länge: 18,5 m 2 Benzinmotoren Ford V 8 je 80 PS (oder andere)
Breite: 4,0 m Höchstgeschwindigkeit: 10 sm/h
Höhe: 2,4 m Marschfahrt: 7 sm/h
Tiefgang: 0,7 m Brennstoffverbrauch: 50 l/Std.
Auf Grund ihrer Konstruktionseigenschaften und schnellen Transportmöglichkeit mit der Bahn eigneten sich die I-Boote für den Einsatz in Seegebieten, die schwierig erreichbar waren. Die meisten Boote kamen bis zum Frühjahr 1943 bei den Luftwaffen-Fährenflottillen 1 bis 5 im Mittelmeer (hier hauptsächlich in Afrika) und im Schwarzen Meer zum Einsatz. Mit ihrer Übernahme in die Kriegsmarine im Mai/Juni 1943 kamen die Boote zur 10. Landungsflottille (zum Einsatz in der Messina-Straße) und 3. Landungsflottille (Schwarzes Meer). Ein weiterer Schwerpunkt ergab sich im September 1943 mit der Aufstellung der 15. Landungsflottille in der Ägäis. Ihr wurden die im dortigen Raum befindliche Boote unterstellt und weitere durch die Baustellen der Sonderkommandos Fähren in Triest und Saloniki zugeführt. Im Jahr 1944 befand sich die Masse der I-Boote in der Adria (10. L.-Fl.) und in der Ägäis (15. L.-Fl.) bei Nachschubaufgaben zur Inselversorgung und bei Partisaneneinsätzen im Einsatz.


Infanterietransporter F.V.B. 3

Infanterietranporter F.V.B. 3

Als Gegenentwurf zum Infanterietransporter des Typs Siebelgefäß entwickelte die Straßburger Werft der Reichswerke Hermann Göring den Infanterietransporter F.V.B. 3. Er war eine Adaption des von der gleichen Werft geplanten Tankprahmes F.V.B. 2 und war bahnverladbar. Im Gegensatz zu seinem Pendant war der Typ F.V.B. 3 nicht teilbar, jedoch konnten mehrere Boote zu einer großen Ladeplattform zusammengekoppelt werden. Es folgte nur der Bau von 2 Prototypen.

Sturmtransporter / Sturmboottransporter

Auf Grund der Unzulänglichkeit der als erste Welle einzusetzenden kleinen Sturmboote bei Seegang und längeren Fahrtstrecken entstand der Sturmboottransporter als Weiterentwicklung des Infanterietransporters durch das Sonderkommandos Siebel. Es sollte bei einer Landung die Sturmboote bis vor das Ziel bringen und sie dort zu Wasser lassen.
Das Boot bestand aus sechs in sich geschlossenen und zusammenschraubbaren Teilen, bei denen von den zwei breiten Mittelteilen das vordere den Laderaum enthielt und das hintere die Motorenanlage, bestehend aus zwei Hispano-Suiza Flugmotoren, mit Wendegetriebe und Ruderanlage. Die beiden Vorschiffsteile flankierten zum Teil den vorderen Mittelteil. Der halbkreisförmige Steuerstand befand sich in der Mitte der Motorenraumaufbauten, dahinter waren als Auspuff zwei Rohre nach oben geführt. Der Laderaum zur Aufnahme der Geräte und Sturmbootsbesatzungen war nach oben offen, wurde jedoch von vorn und seitlich durch ein Schanzkleid gegen überkommende See geschützt.
Die aus Rohren zusammengebauten und mit einer Polsterung versehenen Sturmboothalterungen waren seitlich am Gangbord angebracht. In ihnen lagen die Sturmboote vom Typ 39 beim Transport ins Zielgebiet, um dort durch Ankippen in Längsrichtung zu Wasser gelassen zu werden. Gebaut wurden von diesem Typ nur wenige Einheiten und zwar:
- V-ST-01 als Landungsboot mit spreizbarem Bug als Prototyp eines Sturmtransporters,
- V-ST-02 als Landungsboot ohne spreizbarem Bug als Prototyp des Sturmboottransporters mit 4 Rutschen,
- ST 03 - ST 14 als Nachschubtransporter ohne Spreizbug oder Sturmbootrutschen
- ST 15 als Prototyp für den Schnelltransporter.

Sturmtransporter V-ST-01

Sturmboottransporter V-ST-02

Nachschubtransporter



Schnelltransporter

1944 erlitten die Versorgungsgeleite für Kreta große Schäden durch die überlegende feindliche Luftwaffe. Die Verluste an Großschiffsraum waren so groß, daß der Versorgungsbedarf der Insel nicht mehr erfüllt werden konnte. Die Kriegsmarine sah als Lösung dieses Problems nur die Umstellung auf den Transport der Versorgungsgüter mit Kleinschiffsraum. Da ersichtlich war, daß dieser Bedarf mit den griechischen Motorseglern nicht zu decken war, sollten aus der Heimat herbeigeschaffte schnelle Boote diese Aufgabe mit übernehmen. Sie sollten in der Lage sein, in den wenigen Nachtstunden das gefährdete Seegebiet zu durchfahren.
Um diese Aufgabe zu übernehmen und um Zeit bei der Konstruktion zu sparen, wurde auf den Sturmboottransporter in geänderter Form zurückgegriffen und dieser durch das Sonderkommando Siebel weiterentwickelt. Der Schiffskörper wurde verlängert, um ca. 15-20 t Ladefähigkeit zu erreichen. Für den Eisenbahntransport sollte der Schiffskörper in sechs selbstschwimmende, bahnverladbare Teile zerlegt werden können, die am Bestimmungsort einfach wieder zusammen geschraubt werden konnten. Die Art und Weise der Maschinenanlage beibehalten.
Der vordere Teil des Laderaumes war durch das weiter nach hinten gezogene Backdeck geschlossen und konnte durch Öffnungen im Querschott zum hinteren Laderaum beladen werden. Der hintere Laderaum besaß ein abnehmbares Lukendach. Unter dem Laderaumboden befanden sich die Brennstoffbehälter. Ein Ladebaum seitlich im Gangbord sollte zur schnellen Be- und Entladung dienen. Er war jeweils nach Steuerbord oder Backbord umsteckbar.

Schnelltranporter

Hinter dem Laderaum schloss sich der eiserne geschlossene Steuerstand an, hinter dem sich eine erhöhte Plattform für ein Flakgeschütz befand. Dazu mußten die Abgasrohre im Gegensatz zum Sturmboottransporter schräg nach achtern gezogen werden. Daran schlossen sich die Aufbauten der Maschinenanlage an.
Als Bewaffnung waren ein 3,7 cm Flakgeschütz zwischen Maschinenaufbau und dem Steuerstand sowie eine 2 cm Doppelflak auf der Back vorgesehen.
Da die Fertigung dieses Schiffstyps erheblich unter Materialmangel litt, kam er nicht mehr zum Einsatz. Aus dem Sturmtransporter ST 15 wurde noch ein erster Prototyp des Schnelltransporters fertiggebaut. Auf Grund der veränderten Kriegslage mußte der Bau des zweiten Prototyps sistiert und der Bau von 28 weiteren Booten annulliert werden.

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I-...(0001) Infanterietransporter (Siebelgefäß) 17.02.2013
I-...(0002) Infanterietransporter (Siebelgefäß) 06.05.1943 Fliegerbombe 12.10.2011
I-...(0003) Infanterietransporter (Siebelgefäß) 06.05.1943 Fliegerbombe 12.10.2011
I-...(0004) Infanterietransporter (Siebelgefäß) 06.05.1943 Fliegerbombe 12.10.2011
I-...(0005) Infanterietransporter (Siebelgefäß) 06.05.1943 Fliegerbombe 12.10.2011
I-...(0006) Infanterietransporter (Siebelgefäß) 09.02.1944 23.04.2012
I-...(0007) Infanterietransporter (Siebelgefäß) 24.10.2011
I-...(0008) Infanterietransporter (Siebelgefäß) 22.11.2014
I-...(0009) Infanterietransporter (Siebelgefäß) 22.11.2014
I-...(0010) Infanterietransporter (Siebelgefäß) 00.00.1942 12.01.2014
I-...(0011) Infanterietransporter (Siebelgefäß) 00.00.1942 22.10.1942 12.01.2014
I-A-1 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 02.02.2015
I-A-2 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 02.12.2009
I-O-1 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 00.08.1941 20.04.1945 Sprengung 05.01.2014
I-O-2 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 18.10.1944 explodiert und gesunken 13.10.2012
I-O-3 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 03.06.1944 08.01.1944 05.11.2015
I-O-4 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 09.11.1943 aufgebracht[3] 18.05.2013
I-O-5 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 26.10.1943 11.10.1944 gesunken 12.01.2014
I-O-6 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 03.01.1944 30.10.1944 gesunken 29.05.2011
I-O-7 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 00.00.1942 19.10.1944 gesunken 29.08.2015
I-O-8 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 29.03.1944 Brand - gesunken 16.02.2013
I-O-9 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 26.10.1943 23.09.2016
I-O-10 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 00.08.1941 04.04.1944 gesunken 29.06.2013
I-O-12 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 21.11.1943 19.10.1944 gesunken 16.02.2013
I-O-13 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 00.00.1942 12.01.2014
I-O-14 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 00.00.1942 29.08.2015
I-O-15 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 00.05.1943 19.10.1944 gesunken 05.11.2015
I-O-16 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 19.02.1943 Strandung 13.10.2012
I-O-18 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 00.1942.1941 04.12.2009
I-O-20 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 00.00.1943 14.08.2016
I-O-21 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 21.03.1943 gesunken 23.07.2015
I-O-22 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 00.05.1943 13.10.2012
I-O-23 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 00.1942.1941 17.08.1943 gesunken 16.02.2013
I-O-24 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 12.10.2012
I-O-25 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 00.1943.1941 07.06.2015
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I-O-30 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 00.00.1942 19.02.1943 Strandung 12.10.2012
I-O-31 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 19.02.1943 Strandung 12.10.2012
I-O-32 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 06.05.1943 gesunken 19.07.2015
I-O-33 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 09.07.1943 gesunken[2] 19.07.2015
I-O-34 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 00.05.1943 13.03.1944 gesunken[4] 22.11.2014
I-O-35 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 13.08.1944 16.02.2014
I-O-36 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 20.04.1945 Sprengung 11.10.2012
I-O-38 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 04.12.2009
I-O-40 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 27.07.1943 ausgebrannt[3] 29.06.2013
I-O-41 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 11.05.1943 gesunken 11.10.2012
I-O-42 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 21.03.1944 gesunken 16.02.2013
I-O-43 Infanterietransporter (Siebelgefäß) 08.01.1944 versenkt[5] 16.02.2013




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