Für die Anlandung der 1. Welle von Sturmtruppen eines amphibischen Unternehmens stand der deutschen Wehrmacht zu Beginn des 2. Weltkriegs nur das kleine Sturmboot zur Verfügung. Dieses genügte nicht den entsprechenden Anforderungen. Es war bei stärkerem Seegang und Brandung nicht einsatzfähig.
Die Forderung an die Konstruktion eines neuen leichten Einsatzfahrzeuges waren folgende:
- seeverwendungsfähiges Angriffs-Landungsboot und Nachschubfahrzeug,
- eisenbahnverladbar zum Einsatzort,
- Montage ohne Werfthilfe und mit einfachsten Mitteln zu Wasser zu lassen.
Daher entwickelte das Luftwaffen-Sonderkommando Siebel in Zusammenarbeit mit der Hamburgischen Schiffbau-Versuchsanstalt den Infanterietransporter, kurz I-Boot genannt (hier gibt es einen kurzen "Spiegel"-Artikel über Friedrich Siebel -->).
Das Boot hatte eine Länge von 18,5 m, eine Breite von 4 m und einen breiten Flachkiel. Mit diesen Abmessungen war es nicht eisenbahnverladbar und wurde daher in seiner Länge geteilt. Beide Bootshälften wurden an der Trennstelle mit einem Längsschott versehen, um sie im Wasser mittels Schrauben zusammenbauen zu können. Jede Hälfte erhielt einen Wellentunnel mit Propeller und dahinter angeordnetem Ruder, sowie einen Motorenraum mit Benzinmotoren der verschiedensten Typen. Der Brennstoff (2000 l Benzin) wurde in Bodenzellen mitgeführt. Zum Schutz für die Mannschaften und vor Leckagen in der Außenhaut waren ein leicht gepanzertes, durchgehendes Seitenlängsschott und ein Doppelboden vorgesehen.
Vor den Motorenräumen befand sich der nach oben offene Laderaum mit Holzbänken für die Sturmtruppen. Es konnten 40 Mann mit voller Ausrüstung aufgenommen werden. Zusätzlich befand sich im Vorschiff genügend Platz zur Aufnahme von Waffen und Munition. Bei Herausnahme der Bänke konnte das I-Boot mit bis zu 7 t beladen werden. Vor dem Laderaum konnte an Deck eine 2 cm Flak oder ein 15 mm Fla-MG aufgestellt werden.
Die Boote waren teilweise mit UK-Geräten ausgerüstet, ansonsten diente ein einsteckbarer Mast vor dem Steuerstand der Signalübermittlung.
Die Besatzung bestand aus einem Unteroffizier und sieben Soldaten, für die kein Unterkunftsraum vorgesehen war.
Technische Daten |
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Größenangaben: |
Maschinenanlage: |
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Länge: 18,5 m |
2 Benzinmotoren Ford V 8 je 80 PS (oder andere) |
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Breite: 4,0 m |
Höchstgeschwindigkeit: 10 sm/h |
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Höhe: 2,4 m |
Marschfahrt: 7 sm/h |
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Tiefgang: 0,7 m |
Brennstoffverbrauch: 50 l/Std. |
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Als Gegenentwurf zum Infanterietransporter des Typs Siebelgefäß entwickelte die Straßburger Werft der Reichswerke Hermann Göring den Infanterietransporter F.V.B. 3. Er war eine Adaption des von der gleichen Werft geplanten Tankprahmes F.V.B. 2 und war bahnverladbar. Im Gegensatz zu seinem Pendant war der Typ F.V.B. 3 nicht teilbar, jedoch konnten mehrere Boote zu einer großen Ladeplattform zusammengekoppelt werden. Es folgte nur der Bau von 2 Prototypen.
Auf Grund der Unzulänglichkeit der als erste Welle einzusetzenden kleinen Sturmboote bei Seegang und längeren Fahrtstrecken entstand der Sturmboottransporter als Weiterentwicklung des Infanterietransporters durch das Sonderkommandos Siebel. Es sollte bei einer Landung die Sturmboote bis vor das Ziel bringen und sie dort zu Wasser lassen.
Das Boot bestand aus sechs in sich geschlossenen und zusammenschraubbaren Teilen, bei denen von den zwei breiten Mittelteilen das vordere den Laderaum enthielt und das hintere die Motorenanlage, bestehend aus zwei Hispano-Suiza Flugmotoren, mit Wendegetriebe und Ruderanlage. Die beiden Vorschiffsteile flankierten zum Teil den vorderen Mittelteil. Der halbkreisförmige Steuerstand befand sich in der Mitte der Motorenraumaufbauten, dahinter waren als Auspuff zwei Rohre nach oben geführt.
Der Laderaum zur Aufnahme der Geräte und Sturmbootsbesatzungen war nach oben offen, wurde jedoch von vorn und seitlich durch ein Schanzkleid gegen überkommende See geschützt.
Die aus Rohren zusammengebauten und mit einer Polsterung versehenen Sturmboothalterungen waren seitlich am Gangbord angebracht. In ihnen lagen die Sturmboote vom Typ 39 beim Transport ins Zielgebiet, um dort durch Ankippen in Längsrichtung zu Wasser gelassen zu werden.
Gebaut wurden von diesem Typ nur wenige Einheiten und zwar:
- V-ST-01 als Landungsboot mit spreizbarem Bug als Prototyp eines Sturmtransporters,
- V-ST-02 als Landungsboot ohne spreizbarem Bug als Prototyp des Sturmboottransporters mit 4 Rutschen,
- ST 03 - ST 14 als Nachschubtransporter ohne Spreizbug oder Sturmbootrutschen
- ST 15 als Prototyp für den Schnelltransporter.
1944 erlitten die Versorgungsgeleite für Kreta große Schäden durch die überlegende feindliche Luftwaffe. Die Verluste an Großschiffsraum waren so groß, daß der Versorgungsbedarf der Insel nicht mehr erfüllt werden konnte. Die Kriegsmarine sah als Lösung dieses Problems nur die Umstellung auf den Transport der Versorgungsgüter mit Kleinschiffsraum. Da ersichtlich war, daß dieser Bedarf mit den griechischen Motorseglern nicht zu decken war, sollten aus der Heimat herbeigeschaffte schnelle Boote diese Aufgabe mit übernehmen. Sie sollten in der Lage sein, in den wenigen Nachtstunden das gefährdete Seegebiet zu durchfahren.
Um diese Aufgabe zu übernehmen und um Zeit bei der Konstruktion zu sparen, wurde auf den Sturmboottransporter in geänderter Form zurückgegriffen und dieser durch das Sonderkommando Siebel weiterentwickelt. Der Schiffskörper wurde verlängert, um ca. 15-20 t Ladefähigkeit zu erreichen. Für den Eisenbahntransport sollte der Schiffskörper in sechs selbstschwimmende, bahnverladbare Teile zerlegt werden können, die am Bestimmungsort einfach wieder zusammen geschraubt werden konnten. Die Art und Weise der Maschinenanlage beibehalten.
Der vordere Teil des Laderaumes war durch das weiter nach hinten gezogene Backdeck geschlossen und konnte durch Öffnungen im Querschott zum hinteren Laderaum beladen werden. Der hintere Laderaum besaß ein abnehmbares Lukendach. Unter dem Laderaumboden befanden sich die Brennstoffbehälter. Ein Ladebaum seitlich im Gangbord sollte zur schnellen Be- und Entladung dienen. Er war jeweils nach Steuerbord oder Backbord umsteckbar.
Übersicht InfanterietransporterDatensätze: 137
I-O- 72 geändert am 23.04.2012 10:33
von Theodor Dorgeist
I-O- 88 geändert am 23.04.2012 10:28
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I- ... (0006) geändert am 23.04.2012 10:24
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I-O- 43 geändert am 23.04.2012 10:23
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