TRANSACTIONS OF THE (ROYAL) INSTITUTION OF NAVAL ARCHITECTS

zusammengestellt von Peter Kreuzer

Die industrielle Revolution brachte ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts naturgemäß grundlegende Änderungen in der Konstruktion und im Bau von Seeschiffen mit sich. Ausgehend von England ersetzte die Dampfmaschine zusammen mit dem Schaufelrad und später mit der Schiffsschraube langsam aber stetig die Kraft des Windes als Antriebsmittel, Holz wurde durch Eisen und in weiterer Folge durch Stahl als primäres Schiffbaumaterial verdrängt.

Als Beispiel sei zunächst die revolutionäre GREAT BRITAIN des genialen Ingenieurs Isambard Kingdom BRUNEL (1806 – 1859) genannt. Dieser erste, 1843 vom Stapel gelaufene Transatlantikdampfer verfügte bereits über Schraubenantrieb, einen eisernen Rumpf mit Doppelboden und wasserdichte Schotts. Erst in den letzten Tagen des Jahres 1860 lief mit der HMS WARRIOR die erste Panzerfregatte der Welt mit Schraubenantrieb, einem vollständig aus Eisen gebauten Rumpf mit enger wasserdichter Unterteilung und modernen Hinterlader-Geschützen vom Stapel. Sie war aus den Erfahrungen des Krimkrieges (1853 – 1856) entstanden und galt als englische Antwort auf das weltweit erste hochseefähige Panzerschiff, die französische LA GLOIRE. Damit läutete sie eine neue Ära im Kriegsschiffbau ein.
Heute gelten diese beiden Schiffe – GREAT BRITAIN und HMS WARRIOR - als Meilensteine der britischen Schiffbaukunst und sind in Bristol bzw. Portsmouth der Öffentlichkeit zugänglich.

Die rasanten technischen Erfindungen und Entwicklungen jener Zeit verlangten aber auch auf dem Gebiet des Schiffbaus eine breitere wissenschaftliche Basis, als sie bisher gegeben war. Niemand steht wohl besser für alle derartigen Bemühungen, als der Ingenieur William FROUDE (1810 – 1879). Dieser arbeitete von 1837 bis 1946 zusammen mit BRUNEL im Eisenbahnbau, danach widmete er sich aber ausschließlich der hydrodynamischen Erforschung von Seeschiffen anhand von Modellen. Schon sein 1861 veröffentlichter Artikel On the rolling of ships sorgte für erhebliches Aufsehen und 1870 schuf er mit Hilfe von Edward James REED (1830 - 1906), dem damaligen Chefkonstrukteur der „Royal Navy“, das erste Modellschlepp-Versuchsbecken in Torquay, aus dem 1887 die noch heute bestehenden „Admiralty Experimental Works“ in Haslar hervorging. Selbst im modernen Schiffbau unserer Tage ist die Froudsche Zahl eine feste Größe und nicht wegzudenken.

Obwohl bereits von 1848 bis 1853 eine “Central School of Mathematics and Naval Construction” in Portsmouth bestand, dauerte es dann doch bis 1864, als die “Royal School of Naval Architecture and Marine Engineering” in South Kensington gegründet wurde. Aus ihr ging 1883 das noch heute bestehende „Royal Corps of Naval Constructors“ hervor. Gleichzeitig wurde an der Universität Glasgow erstmals ein Lehrstuhl für Schiffsbau eingerichtet.

Aber schon 1860 vereinigten sich Schiffskonstrukteure und Maschinenbauer zur „Institution of Naval Architects“, um ihre Erfahrungen auf einer gemeinsamen Plattform austauschen zu können. Zu den Gründungsvätern zählte beispielsweise der bereits weiter oben erwähnte Edward James REED, der 1863 Nachfolger des Konstrukteurs der HMS WARRIOR - Isaac WATTS - als „Director of Naval Construction“ wurde, und John PENN (1805 – 1875), der die Maschinenanlage der HMS WARRIOR – ebenso wie für viele andere Schiffe der Royal Navy – entworfen und gebaut hatte.
Seit 1960 unter dem Titel „Royal Institution of Naval Architects“, kurz RINA genannt, bekannt, gehören ihr heute Mitglieder aus über 90 Ländern an. Ihre Publikationen genießen einen ausgezeichneten Ruf und die von ihr organisierten Fort- und Weiterbildungsseminare werden gerne besucht.

Seit 1860 veröffentlicht die “(Royal) Institution of Naval Architects“ alljährlich ohne Unterbrechung ihre Transactions. Diese Jahrbücher mit hochwertigen Artikeln von namhaften Autoren sind wie kaum eine andere Publikation geeignet, die Entwicklungen, Tendenzen und Erfahrungen in beinahe 150 Jahren Schiffs- und Schiffsmaschinenbau zu verfolgen.

Das hier zum Download angebotene Inhaltsverzeichnis aller Artikel von 1860 bis 2008 soll dazu einen ersten Überblick verschaffen!

Einzelne Artikel oder auch ganze Bände sind bei Bedarf über >>http://www.rina.org.uk/<< zu beziehen.


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