Ein Weltmeister bei der Marine

verfasst von Peter KREUZER

Diese Abhandlung wäre ohne das Engagement und die Vermittlungstätigkeit von Frau Ingrid RAMIRER, Bibliothekarin an der Universität Wien, nicht zustande gekommen, wofür ihr an dieser Stelle ganz herzlich gedankt sei. Mit ihrer Hilfe kam es seitens des „Historischen Marinearchivs“ zur Kontaktaufnahme mit Herrn Maximilian - genannt Max - RAUB aus der kleinen Gemeinde Höflein an der Donau bei Wien, denn dieser wollte die Erlebnisse während seiner Dienstzeit bei der deutschen Kriegsmarine und seine erhalten gebliebenen Fotos und Dokumente einem größeren Interessentenkreis zugänglich machen. Für diese grundsätzliche Bereitschaft, seine zeitlichen Aufwände für die folgenden Interviews und seine Geduld bei der Beantwortung zahlreicher Detailfragen gebührt ihm ein ganz großes DANKESCHÖN!


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Max RAUB wurde am 13.04.1926 im 19. Wiener Gemeindebezirk geboren und war bereits als Junge eng mit der Natur verbunden. So verbrachte er mit seinem geliebten Hund REX viel Zeit an und auf der Donau, die nahe seines Elternhauses vorbeifloss. Max RAUB fühlte sich aber nicht nur im nassen Element wohl, sondern er ließ sich – auch durch die damalige Propaganda – ebenso für den Kletter- und Schisport, aber auch für die Segelfliegerei begeistern, später außerdem für das Segeln.


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Insbesondere entwickelte sich Max RAUB aber rasch zu einem enthusiastischen Kanuten. Die Ursache dafür lag in der Durchführung der österreichischen Staatsmeisterschaften der Kanuten im nahegelegenen Kuchelauer Hafenbecken an der Donau, das mit seiner Bootswerft und zahlreichen Vereinsbootshäusern als vorbildliches Wassersportzentrum mit besten Trainingsbedingungen galt.

Diese spannende Veranstaltung im Jahre 1936, kurz nach den großartigen Erfolgen der österreichischen Kanuten mit drei Gold-, drei Silber- und einer Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Berlin, machte einen derartigen Eindruck auf den zehnjährigen Max RAUB und auch auf seinen etwas jüngeren späteren sportlichen Partner Herbert WIEDERMANN, sodass bei dieser Gelegenheit beide beschlossen, selbst Olympiateilnehmer zu werden.



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Altersbedingt konnte Max RAUB den Kanusport erst als Vierzehnjähriger ab 1940, als er etwa gleichzeitig in Wien eine Tischlerlehre begann, vereinsmäßig beim „Wiener Kajak Klub“ trainieren. Obwohl dafür eigentlich auch die Mitgliedschaft bei der Hitlerjugend notwendig war, trat Max RAUB dieser nie bei. Die letzte entsprechende Aufforderung vom Juni 1943 erübrigte sich durch die kurz darauf erfolgte Einziehung zum Reichsarbeitsdienst. Dennoch trug natürlich auch Max RAUB bei allen Sportveranstaltungen das Trikot des nationalsozialistischen Jugendverbandes.



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Die Gruppe um Max RAUB avancierte bald zur besten Wiener Jugendgruppe und er selbst errang 1942 seine ersten Erfolge. Im selben Jahr gewann aus dieser Gruppe Heinrich BÖHMER bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Berlin im Einer über 600 m vor Meinrad MILTENBERGER, der später mehrfacher deutscher Meister im Einer über 500 m, Europameister in der Staffel über 4 x 500 m (1959), Weltmeister im Zweier über 500 m (1954) und in der Staffel über 4 x 500 m (1958), sowie Olympiasieger im Zweier über 1.000 m (1956) wurde. 1943 stieß zunächst Herbert WIEDERMANN zur Jugendgruppe von Max RAUB und beide starteten erstmals gemeinsam im Zweier bei einem Vergleichskampf zwischen Wien und Oberdonau (im wesentlichen das heutige Oberösterreich), den sie für sich entscheiden konnten. Dieser Sieg war die Grundlage für eine erfolgreiche sportliche Partnerschaft und eine lebenslange Freundschaft der beiden Athleten. Bei den folgenden deutschen Slalom-Jugendmeisterschaften in Hirschberg, das heutige Jelenia Góra in Polen, belegte Max RAUB den dritten Platz. Im Juli 1943 fanden in Breslau die Gruppenausscheidungswettkämpfe für die deutschen Jugendmeisterschaften statt, die sechs Wochen später stattfinden sollten. Während Heinrich BÖHMER im Einer über 600 m gewann, war Max RAUB sowohl im Zweier wie auch im Vierer über die selbe Strecke erfolgreich. An den Meisterschaften selbst konnten beide aufgrund der kommenden Ereignisse nicht mehr teilnehmen und für Heinrich BÖHMER war es überhaupt der letzte Wettkampf, denn er fiel 1945 als Heerespionier bei den Rückzugskämpfen in Italien.


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Bei der obligatorischen Stellung meldete sich der siebzehnjährige Max RAUB zu den elitären Gebirgsjägern, hatte er doch schon am 04.08.1942 als Sechzehnjähriger zusammen mit einem Freund und einer für heutige Verhältnisse primitiven Ausrüstung nach einer dreiwöchigen Wanderung von Zell am See aus den Großglockner, mit 3.798 m der höchste Berg Österreichs bzw. der damaligen Ostmark, bezwungen. Nach der erfolgreichen Ablegung der Gesellenprüfung begann Ende Juli 1943 im Rahmen des Reichsarbeitsdienstes ein Pflichteinsatz im steirischen St. Oswald. Unmittelbar danach kam am 22.11.1943 der überraschenden Einberufungsbefehl und Max RAUB bestieg mit Kaltverpflegung für zwei Tage im Gepäck am Wiener Westbahnhof einen Zug, der ihn zum noch unbekannten Ort der erwarteten Gebirgsjägerausbildung bringen sollte. Groß war dann das Erstaunen, als am Zielbahnhof im belgischen Helchteren keine Berge zu sehen, und noch größer, als nach einem Fußmarsch zur dortigen ehemaligen Kavalleriekaserne Wachposten in blauer Uniform zu erkennen waren, denn Max RAUB war wider Erwarten bei der Marine gelandet und bekam die Stammrollennummer N 89006/43 D zugeteilt, die ihn als 89.006. eingestellten Wehrpflichtigen des Jahres 1943 bei der Marinestation der Nordsee auswies.

Die Grundausbildung absolvierte Max RAUB nun bei der 26. Schiffsstammabteilung des 2. Schiffsstammregiments unter dem Kommando von Korvettenkapitän (M.A.) Wilhelm BRANDES. Diese Abteilung bestand bei seiner Ankunft seit rund drei Monaten und war erst seit knapp vier Wochen in Helchteren stationiert. Sein zuständiger Kompaniechef war zunächst Kapitänleutnant (M.A.) TROTZ und später Oberleutnant LINDHORST, aber besonders in Erinnerung blieb Max RAUB sein schneidiger Ausbilder, Stabsoberbootsmann BOCH, der schon in der Reichsmarine gedient hatte.


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Zum Abschluss dieser ersten grundlegenden militärischen Ausbildung fand auf dem sogenannten „Graf Spee“ - Platz des Kasernengeländes die feierlich begangene Vereidigung statt. Von diesem Ereignis liegt eine größere Anzahl an Fotodokumenten vor.


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Anschließend wurden die jungen Männer in ungeheizten Güterwaggons über Brüssel, Dortmund, Berlin, Danzig und Königsberg nach Memel gebracht, wo sie am 10.03.1944 endlich ankamen. Mit dem Eintreffen am 12.03.1944 in Reval wurde Max RAUB, zusammen mit elf anderen Kameraden, unter denen sich auch sein Wiener Freund und ehemaliger Polizeischüler Friedrich „Fritz“ PREI befand, schließlich zu seinem ersten Frontkommando bei der 31. Minensuchflottille unter dem Kommando von Korvettenkapitän der Reserve Hans Joachim von RAMM versetzt. Diese Flottille stand im Finnischen Meerbusen im harten Einsatz und setzte fast ausschließlich sogenannte Kriegsfischkutter ein, von denen sie eine beträchtliche Stückzahl im Bestand hatte. Sie galt daher innerhalb der Kriegsmarine auch als KFK-Vorzeigeverband.

An dieser Stelle ist es vielleicht interessant zu erwähnen, dass im Zuge der Entwicklung dieses kleinen, aber äußerst seetüchtigen Kriegsschiffstyps, der bis heute der Anzahl nach mit weit über 1.000 vergebenen Baunummern die größte Schiffsbauserie überhaupt darstellt, umfangreiche Modellschleppversuche an der Schiffbautechnischen Versuchsanstalt in Wien, dem Geburts- und damaligen Wohnort von Max RAUB, durchgeführt wurden. Einige wenige dieser vielseitigen und langlebigen Fahrzeuge sind sogar noch heute vorhanden. Einzelheiten dazu sind in der Datenbank „Erhaltene Schiffe deutscher Marinen“ des „Historischen Marinearchivs“ und in der einschlägigen Literatur zu finden.



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Max RAUB und Fritz PREI trafen zusammen mit den anderen kommandierten Neuzugängen an diesem 12.03.1944 gegen 22.30 Uhr bei den Baracken der Flottille am Hafen von Reval-Kopli ein, wo sie zunächst verpflegt wurden, aber dann teilweise sofort - mehr oder weniger freiwillig - einzelnen Booten zugeteilt wurden. Max RAUB und Fritz PREI kamen am nächsten Tag auf M 3130, dem ehemaligen KFK 174, wo sie ihre Seesäcke ungeöffnet deponierten, Ölzeug in Empfang nahmen und sogleich zur Wache eingeteilt wurden.

M 3130 gehörte bereits seit seiner Indienststellung am 01.04.1943, also vor knapp einem Jahr, zur sogenannten A-Gruppe der 31. Minensuchflottille, die gerade von Leutnant zur See der Reserve Herbert SCHNEEKLUTH geführt wurde, und verfügte über eine bemerkenswerte Bewaffnung, bestehend aus einer deutschen 3,7 cm Schnellfeuerkanone und einem 2 cm Fla-MG der Firma Oerlikon. Allerdings besaß zu diesem Zeitpunkt noch kein einziges Boot der Flottille, trotz entsprechender Anforderung durch den Flottillenchef, ein Schutzschild am 3,7 cm Geschütz, sodass dort immer wieder vermeidbare Personalausfälle durch feindlichen Bordwaffenbeschuss zu beklagen waren und die Oerlikon-Waffe war dafür bekannt, dass sie vor allem bei großer Kälte und durch Hülsenreißer zum Versagen neigte. Der spätere Prof. Dr. Ing. Herbert SCHNEEKLUTH war übrigens kein Seeoffizier, sondern ein Angehöriger der Marinebaubeamtenlaufbahn. Er sollte nach dem Krieg durch seine Lehrtätigkeit und zahlreiche Veröffentlichungen zu einer ausgesprochen bekannten und geschätzten Persönlichkeit auf dem Gebiet des Schiffsentwurfs avancieren.


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Im Laufe des 13.03.1944 hatte der Hafenkapitän von Reval, Kapitänleutnant Hugo LAUDAN, der 1918 als Obersteuermann auf dem Linienschiff S.M.S. WESTFALEN mit dem Goldenen Militärverdienstkreuz, auch bekannt als „Pour le Mérite des Unteroffiziers“, ausgezeichnet worden war und damit einer von nur 27 Angehörigen der Kaiserlichen Marine war, die diese hohe und seltene Auszeichnung während des Ersten Weltkrieges erhalten hatten, beim Führer der Minensuchverbände Ost, Konteradmiral Kurt BÖHMER, eine Geleitanforderung für zwei Fahrzeuge gestellt, die der Inselbesatzung von Groß-Tütters unter der Führung von Korvettenkapitän (M.A.) Karl SCHULZ von Reval aus Munition, Treibstoff, Proviant und 50 Mann zuführen sollten. Diese beiden Fahrzeuge werden in den Originalunterlagen als Fähren, Prähme und sogar als Fährprähme bezeichnet und zwar meist mit den Kennungen B 2 und B 26, manchmal aber auch mit P 2 und P 26. Tatsächlich handelte es sich dabei um die ehemaligen Seelöwe-Prähme B 2 PUmot unter dem Kommando des Matrosenobergefreiten der Reserve Wilhelm SCHULZE und B 26 Pmot unter der Führung des Matrosenobergefreiten der Reserve Franz SCHUH. Beide gehörten zur 24. Landungsflottille des Fregattenkapitäns Erich BRAUNEIS, der übrigens wie Max RAUB in Wien geboren worden war, und zwar konkret zur 7. Gruppe von Leutnant (M.A.) der Reserve Ernst KÖPPE, der aber wegen Abwesenheit gerade von Sonderführer (Leutnant (AMD)) REIFENBERG vertreten wurde. Jedenfalls wurde der 31. Minensuchflottille um 15.15 Uhr befohlen, zwei Kriegsfischkutter zum Wegpunkt „Gelb 22“ zu entsenden, um dort gegen 18.00 Uhr die beiden Prähme aufzunehmen. Nach deren Geleit nach Groß-Tütters sollten die Kriegsfischkutter in Aseri weitere Befehle abwarten. Daraufhin liefen am 13.03.1944 um 17.15 Uhr M 3111 und M 3130 von Reval-Kopli aus, gefolgt von B 2 PUmot und B 26 Pmot um 17.30 Uhr. Der Wind, der tagsüber in Stärke 4-5 aus Südost geweht hatte, kam nun etwas schwächer in Stärke 3-4 aus Westen, die See war mit Stärke 3 recht bewegt und die Sicht betrug zwischen 3 und 7 sm. Der Führer der Minensuchverbände Ost informierte derweil seine unterstellten Verbände dahingehend, dass sich zwei Kriegsfischkutter mit zwei Prähmen seit 18.00 Uhr mit einer Geschwindigkeit von 8 kn auf dem Marsch vom Punkt „Gelb 22“ über den Weg „Violett“ nach Groß-Tütters befänden.


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Die ersten Erfahrungen auf See und an Bord von M 3130 waren für Max RAUB ernüchternd – die Koje musste er sich mit seinem Kameraden Fritz PREI teilen, die Wachen im Vier-Stunden- Rhythmus erwiesen sich als anstrengend und aufgrund des herrschenden Seegangs forderte auch Neptun seinen Tribut, was nicht so schlimm gewesen wäre, wenn er nicht die eindeutigen Spuren des Opferganges von Fritz PREI im Niedergang hätte beseitigen müssen. Auch das bordübliche Vokabular machte dem „Neuen“ noch zu schaffen. So war ihm zunächst nicht ganz klar was zu tun war, als er sich am 2 cm – Stand hinter der Brücke aufhalten wollte und ihm ein Mitglied der Stammcrew zu verstehen gab, dass er wegen der hohen See tunlichst einen Tampen benutzen solle. Erst als ihm das benannte Teil gezeigt wurde, löst sich das Unverständnis bei Max RAUB und er leinte sich an. Glimpflich ging eine andere Situation für den „Neuling“ aus, denn als Gefechtsstation war ihm zunächst das 3,7 cm Geschütz zugewiesen worden, obwohl er bisher keinerlei Ausbildung an diese Waffe erhalten hatte. Dort sollte er im Gefechtsfall die leer geschossenen Patronenhülsen in einem Leinensack sammeln. Als man dann mehr zur Übung als aufgrund einer akuten Bedrohungslage ein im großen Abstand vorbeifliegendes sowjetisches Schlachtflugzeug vom Typ IL-2 beschoss, stand Max RAUB so unglücklich beim Geschütz, dass er beinahe von einer ausgeworfenen Patronenhülse im Gesicht getroffen worden wäre. Alles war in diesen ersten Seetagen ein Lernprozess, aber langsam wuchsen dem jungen Matrosen Seebeine, wozu die Wetterlagen der kommenden Tage – Wind bis Stärke 5, Seegang bis Stärke 4 – sicherlich beitrugen.


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Am 14.03.1944 um 01.30 Uhr liefen M 3111 und M 3130 mit B 2 PUmot und B 26 Pmot wegen des schlechten Wetters in die Bucht von Loksa ein und die beiden Prähme ankerten dort um 03.30 Uhr. Ein Auslaufversuch um 06.00 Uhr bei vorübergehend besseren Wetter – Westwind in Stärke 3 bis 4, Seegang in Stärke 2 bis 3, Sicht 7 sm – endete bereits nach einer halben Stunde mit einem erneuten Ankermanöver und tagsüber blies es dann aus Südosten in Stärke 4 bis 5, die See war mit Stärke 3 bis 4 sehr bewegt und die Sicht betrug 3 bis 5 sm. Am Abend rechnete die 31. Minensuchflottille damit, dass der kleine Verband erst am nächsten Morgen seine Reise nach Groß-Tütters fortsetzen würde.

Tatsächlich verließen M 3111 und M 3130 Loksa am 15.03.1944 um 05.00 Uhr, gefolgt von B 2 PUmot und B 26 Pmot um 05.30 Uhr. Zunächst herrschte noch starker Südwestwind in Stärke 4 bis 5, der tagsüber auf Südost in Stärke 3 bis 4 drehte, und Seegang der Stärke 3 bis 4, später nur noch 3, während die Sicht erst noch 5 bis 7 sm betrug, später aber auf 3 bis 5 sm zurückging. Um 14.30 Uhr liefen die beiden Prähme in Groß-Tütters zur Entladung ein, während die Minuten später wegen eines Maschinenschadens auf Reede ankerten. Sie meldeten daher per Funk, dass die Boote erst am nächsten Tag um 05.00 Uhr befehlsgemäß nach Aseri auslaufen würden.

Am 16.03.1944 waren die Wetterbedingungen mit Südostwind in Stärke 3 bis 4, Seegang in Stärke 2 bis 3 und einer Sichtweite von 3 sm etwas besser. M 3111 und M 3130 sollten nun auf Funkbefehl der 31. Minensuchflottille zunächst das Entladen von B 2 PUmot und B 26 Pmot in Groß-Tütters abwarten und sie anschließend zurück nach Reval geleiten, erhielten dann aber die Aufgabe, sich mit den Schwesterbooten M 3123, auf dem sich auch der Gruppenführer, Leutnant zur See Günther KARNATH, eingeschifft hatte, und M 3122 zu vereinen und anschließend gemeinsam die Nachtposition II zur Bewachung der Narwa-Bucht besetzen. Dies war notwendig geworden, weil das ursprünglich dafür vorgesehene Boot M 3134 einen Maschinenschaden hatte und daher gemeinsam mit M 3137 vorübergehend in Loksa einlaufen musste. M 3111 und M 3130 verließen also die Reede von Groß-Tütters um 20.00 Uhr, M 3123 und M 3122 liefen um 21.00 Uhr aus Aseri aus und beide Gruppen trafen sich um 22.30 Uhr in See auf der Nachtposition II. Der Führer der Minensuchverbände Ost erteilte schließlich den Funkbefehl, dass M 3111 und M 3130 am 17.03.1944 mit dem Dunkelwerden vor Groß-Tütters stehen sollten, um planmäßig das Rückgeleit für B 2 PUmot und B 26 Pmot nach Reval zu übernehmen.

Am 17.03.1944 war die Wetterlage weiterhin recht ungemütlich, denn der Wind kam meist aus Norden in Stärken zwischen 3 und 5, zeitweise auch aus Südwest in Stärke 4, der Seegang erreichte zum Teil Stärke 4 und die Sicht betrug zwischen 5 und 10 sm. Um 04.00 Uhr verließen M 3111, M 3130, M 3123 und M 3122 ihre Bewachungsposition und erreichten um 06.15 Uhr Aseri, wo kurz zuvor auch M 3134 und M 3137 zusammen mit den Artilleriefährprähmen AF 32 und AF 50 aus Loksa angekommen waren. M 3111 und M 3130 lichteten aber schon um 07.30 Uhr wieder ihre Anker zur Fahrt nach Groß-Tütters, um ihre befohlene Geleitaufgabe wahrzunehmen.


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Dabei begegneten sie den auf einer Aufklärungsfahrt befindlichen Schnellbooten S 39 (Leutnant zur See BRANDI), S 76 (Kapitänleutnant MATZEN) und S 114 (Oberleutnant zur See NITSCHE) der 6. Schnellbootsflottille von Korvettenkapitän Albrecht OBERMAIER. Die nebenstehende Aufnahme zeigt S 114 im Zustand von Ende März 1944, allerdings schon unter dem Kommando von Oberleutnant zur See HEMMER. Wenngleich der Anblick dieser mit vergleichsweise hoher Fahrt laufenden Boote damals für den jungen Matrosen Max RAUB ein eindrucksvoller war, so schätzt er heute die Kampfkraft der alliierten Fahrzeuge dieses Typs aufgrund seiner späteren Erfahrungen im Mittelmeer bedeutend höher ein, insbesondere, weil deren vollautomatische 4 cm Geschütze den halbautomatischen 3,7 cm Kanonen der deutschen Einheiten wegen der etwa vier Mal höheren Feuergeschwindigkeit wesentlich überlegen waren. Andererseits erwies sich der deutsche Schiffstyp bezüglich der Seefähigkeit allen vergleichbaren ausländischen Konstruktionen wesentlich überlegen.

Die beiden Kriegsfischkutter ankerten dann um 11.30 Uhr vor Groß-Tütters und begannen ihren Marsch nach Reval um 17.00 Uhr, während B 2 PUmot und B 26 Pmot nach den vorliegenden Dokumenten offenbar bereits um 15.00 Uhr ausgelaufen waren. Nach etwa der halben Wegstrecke wurde M 3130 um 22.37 oder 22.38 Uhr von B 26 Pmot gerammt und so schwer beschädigt, dass das Boot gegen 23.00 Uhr auf Position 59°41‘N, 026°01‘E und einer Wassertiefe von 40 m sank. Die Besatzung konnte jedoch vollständig gerettet werden. Interessanterweise vermerkt das Kriegstagebuch des vorgesetzten Marineoberkommandos Ostsee fälschlicherweise, dass diese Kollision mit dem Marinefährprahm F 269 stattgefunden hätte, während die angegebene Position – Marinequadrat AO 3642 (59°39‘N, 026°00‘E) – annähernd zutreffend wiedergegeben wird.

Auch Max RAUB hat die damaligen Ereignisse etwas anders in Erinnerung, denn demnach erfolgte zuerst ein überraschender sowjetischer Luftangriff mit Leuchtbombenunterstützung. Dabei schlug eine kleinere Sprengbombe nahe an der Backbordseite von M 3130 ins Wasser, was dort ein Leck verursachte. Er erlebte das beginnende Inferno zunächst unter Deck, begegnete dann an Deck beim letzten Schein der russischen Leuchtbomben den Signäler des Bootes, der trotz einer blutenden Halswunde um Hilfe signalisierte, und bemerkte dort das durch Splitterwirkung zerstörte Schlauchboot von M 3130 ebenso, wie das immer tiefere Absinken des Achterschiffes. Schließlich ging er zusammen mit Fritz PREI über den Bug des Kriegsfischkutters von Bord und wurde in weiterer Folge von einem der Prähme aus dem eisigen Wasser geborgen, wo sie dann reichlich mit Rum versorgt wurden. Anschließend ging dieses wenig manövrierfähige Fahrzeug entsprechend hart an der Steuerbordseite von M 3130 längsseits, was man durchaus auch als Kollision interpretieren könnte, und übernahm die restliche Besatzung des sinkenden Bootes.

Korvettenkapitän der Reserve Hans Joachim von RAMM vermerkte dazu im Kriegstagebuch der 31. Minensuchflottille abschließend:

„Die inzwischen durchgeführte Untersuchung über den Untergang von M 3130 hat ergeben, daß die Ursache sowohl in der Schwierigkeit des genauen Kurshaltens des Geleitprahmes und des Kfk ́s bei Seegang 3 in sehr dunkler Nacht zu suchen ist, daß aber auch der Kommandant M 3130 trotz seiner Unerfahrenheit im Verbandsfahren einen Teil der Schuld trägt. Der Kommandant wurde mit 3 Tagen Bordarrest bestraft. Die Havarieakte ist eingereicht.“

Schließlich erreichte M 3111 am 18.03.1944 um 06.00 Uhr wieder Reval-Kopli, während B 2 PUmot und B 26 Pmot um 07.30 Uhr in Reval festmachten, kurz nachdem Max RAUB nach dem reichlichen Rumkonsum wieder wach geworden war. Noch immer herrschte Seegang 3 und der Wind kam aus nördlichen bis südwestlichen Richtungen in Stärke 3 bis 4, die Sichtweite betrug zwischen 5 und 10 sm. B 26 Pmot dürfte beim Zusammenstoß mit M 3130 einige Schäden davongetragen haben, denn der Prahm befand sich anschließend bis 31.05.1944 in Reparatur.

Max RAUB und Fritz PREI hatten zwar ihr gesamtes persönliches Gepäck verloren, kamen aber wenigstens wieder gesund zurück. In Reval mussten sie nämlich feststellen, dass drei der Neuzugänge die erste Woche an der Front nicht überlebt hatten. Deren Nachruf verfasst der Kamerad Hans JANSTER, der auch bei späteren Gelegenheiten diese traurige Pflicht übernahm. In einem Brief an die Heimat, den Max RAUB am 05.04.1944 verfasste, stellte er fest, dass er während dieser Feindfahrt mehr Glück als Verstand gehabt und den glücklichen Ausgang ausgiebig gefeiert hätte, er den Verlust seiner schönen Fotografien im abgesoffenen Seesack sehr bedauere, er noch kein neues Boot hätte und für kleinere Arbeiten wie das Verladen von Proviant eingesetzt werde und dass Reval eine schöne Stadt sei, wo allerdings ein sowjetischer Luftangriff von etwa 300 Flugzeugen ziemlich viel Schaden angerichtet hätte.


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Die vergangenen Ereignisse hatten ihre Spuren hinterlassen und sind auch im Gesicht von Max RAUB zu erkennen, wenn man sein Bild im verlorengegangenen Soldbuch (Bild links) mit jenem in der kurz nach diesen einschneidenden Erlebnissen ausgestellten Zweitschrift dieses Dokuments (Bild rechts) vergleicht. Letzteres ist glücklicherweise vollständig erhalten geblieben und kann → hier als pdf-Dokument heruntergeladen werden. In weiterer Folge wurde es von ihm als angenehm empfunden, dass für einige Zeit die 6. Schnellbootsflottille, geführt von Korvettenkapitän Albrecht OBERMAIER, mit sechs Booten und vor allem mit dem Begleitschiff CARL PETERS, dessen Kommandant Oberleutnant zur See Walter REUTHAL war, in Reval-Kopli lag, denn auf diesem vergleichsweise großen Schiff, das nach Max RAUB ́s Erinnerung mit merklicher Schlagseite festgemacht hatte, konnte er mehrmals ausgiebig warm duschen, während es im Barackenlager der Flottille nur Kaltwasser gab.

Die nächsten Wochen war dann der junge Matrose auf unterschiedlichen Booten noch mehrmals bei der Netzsperrbewachung zwischen Reval und Porkalla auf See im Einsatz, wobei er meist als Ladeschütze an der hinter der Brücke aufgestellten 2 cm Oerlikon-Flak Verwendung fand. Dabei stellte es für den 171 cm großen Max RAUB durchaus eine Herausforderung dar, das schwere, 60 Schuss fassende Trommelmagazin bei meist bewegter See und unter Zeitdruck hinauf auf die Waffe zu wuchten, um es dann dort ordnungsgemäß schussfertig anzubringen. Neben diesen Seetagen war Max RAUB aber auch mehrmals mit einem LKW mit Holzgasantrieb in Dorpat, um dort neue Munition für die Flottille zu holen. In Anspielung auf seine Herkunft und seine Leidenschaft für das Bergsteigen erhielt Max RAUB in dieser Zeit auch seinen Spitznamen „Kraxelhuber“.

Am 14.05.1944 wurde Max RAUB, wieder zusammen mit Fritz PREI, zur Navigationsschule V in Libau in Marsch gesetzt. Unter dem Kommando von Korvettenkapitän (E) Johannes TILL, der als Wiener bereits in der alten k.u.k. Flotte Österreich-Ungarns gedient hatte, erhielten dort beide Matrosen eine fundierte Steuermannsausbildung. Dabei konnten sie sich auf die pädagogischen Fähigkeiten Ihres Ausbilders, Obersteuermannsmaat STAB, aus Berlin verlassen, der auch im Zivilberuf Lehrer war. Ihr Unterricht musste allerdings für etwa drei Wochen unterbrochen werden, um in feldgrauer Uniform Schützengräben zur Verteidigung der Stadt auszuheben.

Im Juli 1944 stieß nämlich die sowjetische 1. Baltische Front an der Nahtstelle zwischen den deutschen Heeresgruppen Nord und Mitte weit vor und erreichte schließlich mit deren III. Mechanisierten Gardekorps am 31.07.1944 bei Tuckum westlich von Riga die Ostsee. Dadurch war nicht nur die komplette Heeresgruppe Nord abgeschnitten worden, sondern der gesamte kurländische Raum einschließlich Libau war einem möglichen weiteren Vormarsch der sowjetischen Armee praktisch schutzlos ausgeliefert. Diese prekäre Situation besserte sich erst, als am 20.08.1944 wieder die Verbindung zwischen den beiden Heeresgruppen hergestellt werden konnte. Das war nicht unwesentlich auch dem erstmaligen und sehr erfolgreichem Landzielschießen der 2. Kampfgruppe der deutschen Flotte unter Vizeadmiral August THIELE bei Tuckum zu verdanken. Dabei verfeuerte der Schwere Kreuzer Prinz Eugen unter dem Kommando von Kapitän zur See Hansjürgen REINICKE 284 seiner 20,3 cm Granaten auf sowjetische Ziele, während die beiden Zerstörer Z 25 unter der Führung von Korvettenkapitän Alfred GOHRBRANDT und Z 28, der vertretungsweise von Korvettenkapitän Helmut NEUSS kommandiert wurde, zusammen 168 Mal ihre 15 cm Geschütze abfeuerten. Die Sicherung des Verbandes hatten mit Z 35 und Z 36 zwei weitere Zerstörer der 6. Zerstörerflottille unter Kapitän zur See Friedrich KOTHE und die 2. Torpedobootsflottille von Kapitänleutnant Friedrich-Karl PAUL mit den Booten T 1, T 4, T 8, T 9 und T 10 übernommen. In einem der ersten Lazarettzüge, die unmittelbar danach von der bis dahin abgeschnittenen Heeresgruppe Nord in Libau eingetroffen waren, befand sich übrigens der verwundete Vater von der Eingangs vorgestellten Frau Ingrid RAMIRER, der als Schütze eines schweren Maschinengewehrs Angehöriger des deutschen Heeres war.

Abgesehen von den oben erwähnten Schanzarbeiten, die im Übrigen nach Max RAUB ́s Eindruck völlig desorganisiert durchgeführt wurden, blieben diese Ereignisse dem einfachen Soldaten natürlich verborgen und Max RAUB hat diesen schönen Sommer des Jahres 1944 sogar in recht angenehmer Erinnerung. Insbesondere genoss er die ausgedehnten Patrouillengänge am Waldrand entlang des Strandes, die er im Rahmen der bei den übrigen Lehrgangsteilnehmern unbeliebten Strandwache zusammen mit Fritz RITTER, einem Kameraden aus Wien-Simmering, machte und die sie durch Schießübungen mit ihren veralteten Beutegewehren, die noch als Einzellader konstruiert waren, auflockerten. Das ging so weit, dass Max RAUB sogar darüber nachdachte, ob er seinen Aufenthalt in Libau nicht dadurch verlängern sollte, indem er den dortigen Lehrgang wegen einer nicht positiv abgeschlossenen Abschlussprüfung wiederholen musste. Glücklicherweise brachte ihn der offenbar besser über die Gesamtlage informierte Rechnungsführer der Schule, der aus Wien stammende Franz KREMINA, von diesem Vorhaben ab, denn vermutlich gehörte Max RAUB zu den letzten Abgängern der Navigationsschule V, die dort ihr Laufbahnabzeichen ausgehändigt bekamen, da diese Schule bereits im September 1944 aufgelöst wurde. Ein großer Teil der letzten Lehrgangsteilnehmer kam dann ab Oktober 1944 noch zum wenig erstrebenswerten Erdkampfeinsatz gegen die Rote Armee.

Übrigens hat der in Österreich sehr bekannte und bis zum seinem Tod im Jahr 2010 auch außerordentlich einflussreiche Zeitungsherausgeber Hans DICHAND in seiner 1996 erschienen Publikation „Im Vorhof der Macht“ geschrieben, dass er im Herbst 1944 als Lehrer an der Navigationsschule in Libau tätig gewesen sei. Max RAUB konnte sich, ebenso wenig wie Hans JANSTER, bei dem überschaubaren Lehrkörper der Navigationsschule V nicht an Hans DICHAND als Lehrer erinnern. Außerdem waren alle Ausbilder der Schule zumindest Maat oder Obermaat, während Hans DICHAND zu diesem Zeitpunkt unter normalen Umständen höchstens Hauptgefreiter hätte sein können. Leider schlugen die folgenden Versuche der beiden Herren, einen Gesprächstermin mit Herrn DICHAND zu vereinbaren, um diese Fragen zu diskutieren, fehl. Dem Verfasser dieses Artikels war es in diesem Zusammenhang anhand der Aktenlage nur möglich festzustellen, dass Hans DICHAND am 01.05.1941 als Angehöriger der Marinebordflakkompanie Süd unter dem Kommando von Korvettenkapitän (M.A.) Wolfgang KRANECK die Versenkung des deutschen Frachters LEVERKUSEN (1928, 7.389 BRT) durch das britische Unterseeboot UPHOLDER unter der Führung von Lieutenant Commander Malcolm David WANKLYN als Verwundeter im Rang eines einfachen Matrosen überlebte. Ende 1943 war Hans DICHAND nach eigenen Angaben Obergefreiter, dann widersprechen sich allerdings seine Angaben, denn zum einen wäre er ab September 1944 bereits Kommandant eines kleines Schleppers in Holland gewesen und zum anderen hätte er als Angehöriger der Steuermannslaufbahn und Lehrer an der Navigationschule in Libau nach der Einschließung der Stadt durch sowjetische Verbände, was allerdings erst im Oktober 1944 der Fall gewesen war, zusammen mit den ihm unterstehenden Lehrgangsteilnehmern Vorbereitungen zum Erdkampfeinsatz getroffen, ehe er doch noch von einem deutschen Zerstörer aus der Stadt evakuiert worden sei. Da Max RAUB Ende August 1944 die Navigationsschule verlassen hat, wäre es aus heutiger Sicht zumindest theoretisch denkbar, dass Hans DICHAND erst im September 1944 für kurze Zeit zu dieser Einrichtung kommandiert worden war.


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Am 30.08.1944 wurden die nunmehrigen Steuermannsmatrosen Max RAUB und Fritz PREI zur 8. Marineersatzabteilung des 2. Marineersatzregiments unter Fregattenkapitän Wolfgang COESTER in Norden versetzt. Obwohl ihre Seesäcke bereits auf dem Frachtschiff ASKARI (1940, 4.911 BRT), einem modernen Zielschiff der 25. Unterseebootsflottille in Libau, zum Transport verladen worden waren, reisten sie nach deren Entladung dann doch auf einem für den Truppentransport verwendeten Güterwaggon der Reichsbahn und landeten schließlich nach einem Fußmarsch ab dem Bahnhof in Norden bei der 3. Kompanie der 8. Marineersatzabteilung im Durchgangslager Hage.




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Kaum dort angekommen und nach weniger als einem Jahr bei der Kriegsmarine wurde Max RAUB am 01.09.1944 zum Steuermannsgefreiten befördert und erhielt damit seine „Winkel“, die er ebenso wie das Laufbahnabzeichen noch heute besitzt. Nach und nach wurden von dort alle Kameraden zu neuen Frontkommandos abkommandiert und auch Fritz PREI war davon nicht ausgenommen – er kam wieder zur 31. Minensuchflottille im Finnischen Meerbusen, bei der er bis zum Kriegsende diente. Max RAUB musste zunächst nach Emden, denn dort hatte am 06.09.1944 von 18.25 bis 19.04 Uhr ein verheerender britisch-kanadischer Luftangriff von 181 Bombenflugzeugen der Typen Lancaster und Halifax stattgefunden, der über 20.000 Einwohner obdachlos machte und die Innenstadt beinahe vollständig zerstörte. Daher wurde dort jede verfügbare Hand für Aufräumungsarbeiten gebraucht.



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Am 11.09.1944 war es dann soweit, dass Max RAUB zusammen mit seinem späteren Freund Fritz RÜWELER, sowie den Kameraden RÖHM, RESTOVSKY (dieser könnte auch RESNOVSKY oder ROSNOVSKY geheißen haben) und einem weiteren, an dessen Namen sich Max RAUB nicht mehr erinnert, weil er zu einer anderen Einheit versetzt worden war, mit Ausnahme des Letzteren zur 11. Räumbootsflottille unter dem Kommando von Kapitänleutnant Otto REINHARDT nach Rapallo in Marsch gesetzt wurde. Nachdem die Fünf herausgefunden hatten, dass sich dieser Ort an der italienischen Küste befand, erlebten sie eine interessante Reise dorthin über die Frontleitstellen München und Verona samt der abenteuerlichen Überquerung des Po ́s mit Hilfe einer ortsüblichen Zille. Dabei war Max RAUB der einzige in der Gruppe, der Erfahrung beim Steuern von solchen Fahrzeugen, die auch auf der heimatlichen Donau überall anzutreffen waren, hatte. Nach einem Fußmarsch vom südlichen Po-Ufer bis Alessandria, wo die Reisenden in einer Carabinieri-Station übernachten konnten, meldeten sie sich schließlich befehlsgemäß im Hotel Elisabetta, dem Sitz des Flottillenstabes in Rapallo.



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Die Neuankömmlinge wurden sogleich durchaus bequem im Grand Hotel Europa untergebracht und dann geschah überraschenderweise nichts weiter, sodass die vier jungen Männer tagelang völlig unbeschwert das Strandleben genießen konnten. Offenbar hatte man beim Stab die an sich dringend erwarteten Neuzugänge einfach vergessen, was möglicherweise damit im Zusammenhang gestanden hat, weil am 23.09.1944 befohlen worden war, die 11. Räumbootsflottille mit dem 30.09.1944 aufzulösen und deren Boote als Räumbootsgruppe unter der Führung des bisherigen Flottillenchefs der 22. Unterseebootsjagdflottille unter dem Kommando von Korvettenkapitän Friedrich WUNDERLICH, der ab Oktober 1944 von Korvettenkapitän der Reserve Dr. Horst WACHHAUSEN abgelöst wurde, anzugliedern.



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Erst nachdem sich einer aus der Gruppe erneut beim Stab gemeldet hatte, wurde man dort wieder auf die Neuzugänge aufmerksam und man wies ihnen anschließend sogleich neue Aufgaben zu. Max RAUB und Fritz RÜWELER wurden auf das Räumboot R 212 kommandiert und hatten damit das Glück, nicht der Ende September 1944 von der 11. Räumbootsflottille aufgestellten Kampfkompanie für die im Großraum La Spezia eingesetzte Festungsbrigade 135 von Oberst Kurt ALMERS, die dem LXXV. Armeekorps unter General der Infanterie Anton DOSTLER unterstellt war, zugeteilt zu werden. Beide waren dazu ausersehen, zu einem späteren Zeitpunkt den Steuermannsobergefreiten „Bubi“ SCHOLZ aus Elbing zu ersetzen, der für einen der nächsten Maatenlehrgänge vorgesehen war. Sie erhielten daher von ihrem neuen Kommandanten eine umfassende Einweisung, insbesondere im Hinblick auf die navigatorischen Besonderheiten, Schwierigkeiten und Erfordernisse aufgrund der zahlreichen Defensivminensperren in ihrem Operationsgebiet.





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R 212 hatte schon am 29.08.1943 um 21.30 Uhr in der Ansaldo-Werft in Sestri Ponente bei Genua zur großen Werftliegezeit festgemacht und wurde daher vom damaligen Kommandanten, Leutnant zur See RAIF, außer Kriegsbereitschaft gemeldet. Das nebenstehende Bild zeigt R 212 (oben) in der Ansaldo-Werft längsseits festgemacht an einem Räumboot aus italienischer Fertigung (unten), bei dem es sich mit einiger Wahrscheinlichkeit um RD 109, vielleicht aber auch um RD 111 handelt. R 212 führt auf dieser Aufnahme eindeutig nur eine einzelne 2 cm Flak zwischen dem 3,7 cm Geschütz und der 2 cm Zwillingslafette hinter der Brücke, nach der Werftliegezeit waren dort zwei Einzellafetten dieses Kalibers nebeneinander aufgestellt.




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Während Leutnant zur See RAIF am 03.09.1944 das Räumboot RD 111 in Dienst stellte, übernahm der aus Hamburg stammende Leutnant zur See Karl MATTHIESSEN das Kommando über R 212, das allerdings noch mindestens bis 15.10.1944 weiter in der Werft lag. Als Leitender Maschinist fungierte der Obermaschinist KRATZSCH. Das leider nicht vollständig erhaltene Kriegstagebuch der 22. Unterseebootsjagdflottille lässt nur den Rückschluss zu, dass das Boot in der zweiten Oktoberhälfte 1944 wieder kriegsbereit gemeldet wurde und nach La Spezia marschiert war.



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Karl MATTHIESSEN galt bei seiner Besatzung als umsichtiger, verantwortungsbewusster und fürsorglicher Kommandant, der für seine Männer stets ein offenes Ohr hatte und - wie sich Max RAUB noch besonders gut erinnert - im Einsatz immer auf der Brücke zu finden war. Als ehemaliger Offizier der Handelsmarine brachte er eine gute Menschenkenntnis mit, was es ihm sicherlich erleichtert hat, die unterschiedlichen Charaktere seiner Männer mittels seines Führungsstils zu einer gut funktionierenden und disziplinarisch einwandfreien Besatzung zu formen, die ihn in dessen Abwesenheit beinahe liebevoll „Karlchen“ nannte. Max RAUB meint noch heute, dass ihm damals unter den gegebenen Umständen mit diesem Kommandanten nichts besseres hätte passieren können.



Der neue Kommandant von R 212 konnte sich andererseits aber auch auf eine eingefahrene und bewährte Besatzung stützen, was auch die beiden neuen Steuermannsgefreiten bald zu schätzen wussten.



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Fast zur Besatzung gehörten auch die beiden Bordhunde von R 212, MUKI und FIPS, die sogar für Nachwuchs sorgten.


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Karl MATTHIESSEN hatte während der zurückliegenden Werftliegezeit offenbar dafür gesorgt, dass sein Boot mit zusätzlichen Waffen, die schnell greifbar und vermutlich auch aus nicht mehr einsatztauglichen Flugzeugen ausgebaut worden waren, ausgerüstet wurde. R 212 trug daher eine beachtliche Bewaffnung, bestehend aus einer 2 cm Flak-Zwillingslafette mit Schutzschild auf dem Vorschiff, wo auch Max RAUB seine Gefechtsstation hatte, einem schweren 20 mm MG 151

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unmittelbar vor der Brücke, das wohl aus einem Jagdflugzeug vom Typ Focke-Wulf Fw 190 stammte, weil es an Bord „Focke-Wulf- Kanone“ genannt wurde, zwei Zwillingslafetten mit 7,92 mm MG 81Z - ebenfalls ehemalige Flugzeugwaffen - links und rechts an der Brücke, einer weiteren 2 cm Flak-Zwillingslafette mit Schutzschild hinter der Brücke, zwei 2 cm Flugabwehrgeschütze in Einzellafetten ohne Schutzschilder nebeneinander dahinter, einer einzelnen 3,7 cm Schnellfeuerkanone mit einem kleinen Schutzschild und schließlich aus einer letzten 2 cm Flak in Einzellafette ohne Schutzschild ganz am Heck, wo Fritz RÜWELER seinen Dienst im Gefechtsfall verrichtete. Dazu kamen noch zwei sogenannte Raketen-Abschussgeräte vom Kaliber 8,6 cm an der Steuerbord- bzw. Backbordreling etwas hinter dem 3,7 cm Geschütz. Bei einem Probeschuss nach der Montage dieser beiden neuen Waffen zündete zwar der Raketensatz, aber das Geschoss verließ zunächst nicht das trichterförmige Abschussrohr. Es vergingen bange Sekunden für die in Deckung gegangene Bootsbesatzung, bis das fauchende, qualmende und am ganzen Abschussgerät zerrende Raketengeschoß schließlich doch noch in einer unkontrollierten Flugbahn gen Himmel zog. Daher wurde diese Waffe in weiterer Folge niemals wieder an Bord von R 212 verwendet und spöttisch als „Kartoffelschleuder“ bezeichnet, obwohl sie rein theoretisch eine erhebliche Steigerung der Feuerkraft dieses relativ kleinen Räumboots bewirkt hätte, war die Geschosswirkung der 8,6 cm Raketensprenggranate doch der einer bewährten 8,8 cm Granate ähnlich. Etwa zeitgleich ist dazu im Kriegstagebuch der im selben Seegebiet eingesetzten 2. Landungsflottille zu lesen, dass die 8,6 cm Sprenggranate mit Raketenantrieb zwar eine sehr gute Wirkung gegen Tiefflieger habe, die Granate trotz aller erdenklicher Vorsichtsmaßnahmen aber wegen der großen Empfindlichkeit des Treibsatzes gegen Feuchtigkeit, die zu häufigen Versagern und Krepierern im Abfeuerungsgerät führen würde, als nicht frontreif anzusprechen sei. Es bestünde wenig Vertrauen in diese Waffe, weil deren Bedienung bei Versagern in hohem Masse gefährdet sei.



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Wenig bekannt ist die Tatsache, dass zumindest einige Räumboote der 11. Räumboots- bzw. der 22. Unterseebootsjagdflottille neben ihrer üblichen numerischen Bezeichnung auch einen inoffiziellen Namen führten, wahrscheinlich, weil sie in allen bekannten Akten immer nur mit ihrer Bootsnummer genannt werden. So hieß R 162 bei der Besatzung auch SEEROSE, R 198 kann der Name KREBS zugeordnet werden, R 201 führte die Bezeichnung SEEHECHT und R 212, das Boot von Max RAUB, wurde auch POLYP genannt. Nach außen hin war diese Namensgebung nicht nur durch ein entsprechendes Mützenabzeichen - siehe die nebenstehende Abbildung des Abzeichens von R 212 „POLYP“ im Besitz von Max RAUB - erkenntlich, sondern auch durch ein passendes Namensschild an den Brückenseiten des Bootes.


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Am 28.10.1944 um 21.30 Uhr liefen die Räumboote R 212, R 198, R 189 und R 162 aus La Spezia aus, um an der Hafensperre den Dampfer DOMINANTE (1891, 1.100 BRT) aufzunehmen und ihn nach Genua zu eskortieren. Um 22.00 Uhr wurde die Südspitze von Palmaria passiert und um 23.15 Uhr erfolgte ein feindlicher Luftangriff, bei dem drei Bomben ohne Erfolg auf das Geleit abgeworfen wurden. Um 23.40 Uhr wurden an der Backbordseite Flugzeuggeräusche wahrgenommen und kurz darauf standen acht Leuchtbojen um das Geleit herum. Zehn Minuten später wurde Punta Mesco passiert, wo sich vier Kampffähren der 3. Kampfgruppe der 4. Landungsflottille - KF 461, KF 597, KF 615 und KF 617 - dem Verband anschlossen und dessen Sicherung verstärkten. Um 00.05 Uhr am 29.10.1944 wurde an der Steuerbordseite ein Leuchtschirm ausgemacht und es wurden Flugzeuggeräusche gehört, um 00.30 Uhr stand ein weiterer Leuchtschirm an Steuerbord und um 00.40 Uhr griff ein Flugzeug nach dem Abwerfen von zwei weiteren Leuchtschirmen an. Der gesamte Verband eröffnete das Abwehrfeuer und zwang so die Feindmaschine zum Abdrehen. Bis Portofino waren dann etwa alle 20 Minuten Flugzeuggeräusche über dem Geleit zu hören. Um 02.55 Uhr wurden achteraus in der Rapallo- Bucht zwei Leuchtschirme und das Abfeuern von drei Raketenbomben beobachtet. Während dieser Reise herrschte Nordwestwind in Stärke 4, mäßig bewegte See und klarer Himmel mit Mondschein. Um 05.40 Uhr wurde die Hafensperre von Genua passiert, aber erst um 06.45 Uhr im Hafen festgemacht.

Am 31.10.1944 geleitete R 212 unter dem Kommando des zwischenzeitlich zum Oberleutnant zur See beförderten Karl MATTHIESSEN zusammen mit den Räumbooten R 162, R 189 und R 198 das Minenschiff NYMPHE (1916, 452 BRT) von Genua nach La Spezia, wo der Verband am 01.11.1944 um 01.45 Uhr einlief.



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Am 04.11.1944 war R 212 zusammen mit den Räumbooten R 162, R 189 und R 198 sowie den beiden Unterseebootsjägern UJ 2228 und UJ 2221 wieder im Einsatz, als der Kriegstransporter KT 14 von La Spezia nach Genua zu eskortieren war, nachdem der Befehl dazu um 14.30 Uhr eingetroffen war. Der Verband sammelte sich bei Einbruch der Dämmerung um 17.35 Uhr an der Hafensperre und nahm bei Westsüdwestwind in Stärke 3 bis 4 und Seegang in Stärke 2 bis 3 seine Marschformation ein, wobei UJ 2228 als Führerboot fungierte und dessen Kommandant, Oberleutnant zur See der Reserve ROTHER, somit gleichzeitig Geleitführer war. Schon um 17.39 Uhr im Marinequadrat CJ 1392 (44°03‘N, 009°54‘E) wurde ein feindlicher Seeaufklärer im Vorbeiflug ausgemacht, der über der Bucht von La Spezia kurvend von Land aus durch mittlere Fliegerabwehrgeschütze beschossen wurde. Das Flugzeug erwiderte das Feuer aus 4 cm Kanonen und verwendete zusätzlich 2 cm Leuchtspurmunition. Solange sich der Aufklärer in der Nähe befand, stoppte der als Geleit Nr. 673 bezeichnete deutsche Konvoi von 17.45 bis 17.56 Uhr, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Um 18.07 Uhr wurde die Insel Tino passiert und um 18.39 Uhr wurden, im Marinequadrat CJ 1359 (44°09‘N, 009°38‘E) stehend, mehrere Seeaufklärer im engeren Seegebiet festgestellt und achteraus Leuchtschirme ausgemacht. Zu dieser Zeit hatte der Wind bei unveränderter Stärke auf Nordost gedreht und bei wolkenlosen Himmel herrschte gute Sicht und eine leichte Dünung. Wegen Funkenflugs auf KT 14 wurde die Fahrt reduziert.

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Um 19.00 Uhr wurde Punta Mesco passierte und um 19.10 Uhr beobachtete man auf KT 14 achteraus Leuchtgranaten und Flakfeuer. Um 19.21 Uhr. im Marinequadrat CJ 1354 (44°15‘N, 009°22‘E) stehend, wurde ein auf 174 MHz ortender Seeaufklärer in unmittelbarer Nähe erkannt, während der Seegang etwas abgenommen hatte und nur noch Stärke 2 erreichte. Vier Minuten später meldete die vorausfahrende Räumbootsrotte – R 189 und R 198 – eine treibende Seemine. Weitere fünf Minuten später standen zwei Leuchtschirme etwa 1.200 m querab an der Backbordseite des Geleits. Ab 19.45 Uhr lief KT 14 wieder volle Fahrt voraus und eine Minute später wurde ein entgegenkommendes Geleit an Backbord passiert. Um 19.53 Uhr entfernten sich die Aufklärer und konnten nur noch mit geringer Lautstärke gehört werden, zwei Minuten später wurde Punta Manara passiert. Der Wind hatte inzwischen weiter gedreht und blies nun bei gleich gebliebener Stärke aus Nord. Von 20.20 bis 21.32Uhr verminderte KT 14 erneut die Fahrt wegen Funkenflugs, weil an Backbord ein Flugzeug geortet worden war. Nachdem man schon um 21.05 Uhr an Portofino vorbeigefahren war, passierte man die Hafensperre von Genua um 22.20 Uhr bei Mondschein, Nordostwind in Stärke 2 und Seegang in Stärke 2, sodass um 22.35 Uhr festgemacht werden konnte.



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Schon am nächsten Tag, den 05.11.1944, um 17.25 Uhr lief R 212 zusammen mit den Räumbooten R 162, R 189, R 198 und RD 111 sowie den beiden Unterseebootsjägern UJ 2228 als Führerboot und UJ 2221 wieder aus, um den Kriegstransporter KT 49 von Genua nach La Spezia zu geleiten. Der Befehl dazu war erst um 16.15 Uhr eingetroffen und um 18.00 Uhr formierte sich der als Geleit Nr. 666 bezeichnete Verband bei Nordostwind in Stärke 1, leichten Küstendunst und geringer Bewölkung an der Hafensperre, nachdem sich das Auslaufen etwas verzögert hatte, weil auf KT 49 beim Beschuss des vorbeifliegenden Abendaufklärers durch Eigenfeuer vier Verwundete zu beklagen waren. Dieser tagtäglich von Westen kommende und ohne jegliche Gegenwehr einfliegende Luftaufklärer hatte von den Deutschen den Spitznamen „Bipo“ erhalten. Um 18.53 Uhr im Marinequadrat CJ 1342 (44°21‘N, 009°06‘E) wurde an der Landspitze von Punta Chiappa heller Blinkverkehr Richtung See festgestellt, während der Wind auf Osten gedreht und auf Stärke 3 zugenommen hatte. Der Seegang wurde gleichzeitig mit Stärke 1 charakterisiert. Ab 20.12 Uhr wurde ein zunächst achteraus stehender und auf 169 MHz ortender Seeaufklärer erfasst. Der Verband stand zu diesem Zeitpunkt im Marinequadrat CJ 1358 (44°09‘N, 009°30‘E), es blies ein Nordostwind in Stärke 1 bis 2, der Seegang präsentierte sich in Stärke 0 bis 1, bei leichtem Küstendunst wirkte die Kimm bleiern, aber sonst war es klar. Um 20.19 Uhr warf der Aufklärer achteraus einen Leuchtschirm und um 20.20 Uhr drei Markierungsbojen querab vom Geleit sowie zwei weitere achteraus. Die Verlängerungen dieser beiden Bojenreihen ergaben in deren Schnittpunkt den Standort des Geleits, um alliierten Schnellbooten einen Angriff zu ermöglichen. Zwei Minuten später wurde in 245° rechtweisender Peilung ein gebündelter, lichtschwacher und sich nicht bewegender Lichtkegel nach oben gesichtet. Obwohl die Entfernung nicht geschätzt werden konnte, hatte man an Bord der deutschen Schiffe den Eindruck, dass dieser Lichtkegel weit ab stünde. Um 20.29 Uhr setzte der feindliche Seeaufklärer einen Leuchtschirm über das Geleit, das daraufhin auf langsame Fahrt herunterging, was übrigens später vom Flottillenschef, Korvettenkapitän der Reserve Dr. Horst WACHHAUSEN, als gefährlich beanstandet wurde, und anschließend drei Markierungsbojen steuerbord querab vom Geleit. Im Schein dieser Bojenleuchten wurden um 20.31 Uhr im Marinequadrat CJ 1359 (44°09‘N, 009°38‘E) seewärts vier Schatten erkannt und Schnellbootalarm gegeben. Die Wetterbedingungen waren zu diesem Zeitpunkt im wesentlichen unverändert, nur der Nordostwind hatte etwas nachgelassen und erreichte nur noch Stärke 1. Ein Leuchtgranatenfächer und der direkte Beschuss durch UJ 2228 und KT 49 veranlasste die Angreifer zum sofortigen Abdrehen, dennoch konnten sie noch zwei Torpedos losmachen. Diese liefen allerdings hinter dem Heck von UJ 2228 vorbei. Nach drei Minuten war das Gefecht bereits wieder vorüber, in dessen Verlauf die beiden deutschen Einheiten immerhin fünf 8,8 cm Sprenggranaten, 15 Leuchtgranaten, 20 3,7 cm Geschosse und über 280 2 cm Patronen verschossen hatten, und der Marsch wurde fortgesetzt. Bemerkenswert ist vielleicht noch die Tatsache, dass das Funkmessgerät von UJ 2221 keine Gegnerortung aufgefasst hatte. Um 20.45 Uhr konnte der weiterhin auf 169 MHz ortende Seeaufklärer wieder in unmittelbarer Nähe erfasst werden. Um 21.21 und 21.25 Uhr, im Marinequadrat CJ 1367 (44°09‘N, 009°46‘E) stehend, wurden wieder Leuchtschirme achteraus vom Geleit geworfen und von 21.26 bis 21.53 Uhr konnte, im Marinequadrat CJ 1391 (44°03‘N, 009°46‘‘E) stehend, der ortende Seeaufklärer kreisend in der Nähe der Insel Tino aufgefasst werden. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Nordostwind auf Stärke 2 bis 3 zugenommen, der Seegang blieb mit Stärke 1 unverändert und es herrschte immer noch leichter Küstendunst. Um 21.50 Uhr erreichte der Konvoi wohlbehalten die Hafensperre von La Spezia, wobei der Wind bei gleichbleibender Stärke auf Westnordwest gedreht hatte. Zusammenfassend wird nachfolgend der dreiseitige Gefechtsbericht des Geleitführers und Kommandanten von UJ 2228, Oberleutnant zur See der Reserve ROTHER, zur Einsicht vollständig wiedergegeben.



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Dem Verfasser ist es trotz einiger Bemühungen bisher nicht gelungen, die Identität der vier angreifenden Schnellboote zu klären und hofft diesbezüglich auf zweckdienliche Hinweise aus der Leserschaft.



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Mit dem Auslaufen am 06.11.1944 um 17.25 Uhr aus La Spezia wurde von R 212 zusammen mit dem Räumboot RD 111 und den Unterseebootsjägern UJ 2228 und UJ 2221 erneut ein Kriegstransporter geleitet, dieses Mal KT 36 nach Genua. Der Befehl zur Bildung dieses als Geleit Nr. 681 genannten Verbandes war um 15.00 Uhr eingegangen und um 17.50 Uhr sammelten sich die Fahrzeuge unter der Führung von UJ 2228 bei Westwind in Stärke 3, Seegang in Stärke 1 und mittlerer Bewölkung an der Hafensperre. Um 18.10 Uhr, im Marinequadrat CJ 1391 (44°03‘N, 009°46‘‘E) stehend, hatte bei gleichbleibenden Wind der Seegang auf Stärke 2 zugenommen, es stand eine kurze Dünung und es war leicht dunstig, als durch Funkmessbeobachtung im Seegebiet südlich von La Spezia zwei auf 209 MHz ortende feindliche Schnellbootsgruppen und im Seegebiet nordwestlich von La Spezia auf 189 MHz ortende Seeaufklärer festgestellt wurden. Dennoch kam es zu keiner Feindberührung und um 19.45 Uhr stand der kleine Geleitzug im Marinequadrat CJ 1356 (44°15‘N, 009°38‘E). Der Wind hatte auf Nordost gedreht und auf Stärke 2 bis 3 abgenommen, Seegang herrscht nur noch in Stärke 1, die Dünung war unverändert kurz, aber der Küstendunst war jetzt stark.

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Um 20.10 Uhr befand sich das Geleit im Marinequadrat CJ 1354 (44°15‘N, 009°22‘E), als bei abnehmenden Küstendunst und sonst unveränderten Wetterbedingungen in Sestri Levante, das gerade querab passiert wurde, Fliegeralarm gegeben wurde. Der Geleitführer, Oberleutnant zur See der Reserve ROTHER, nahm an, dass dieser Alarm durch das laute Motorengeräusch von RD 111 ausgelöst wurde, weil keinerlei Flugzeuge ausgemacht werden konnten. Um 21.26 Uhr stand im Marinequadrat CJ 1342 (44°21‘N, 009°06‘E) nach Funkmessbeobachtung ein auf 190 MHz ortender Seeaufklärer im selben Seegebiet. Der Wind hatte auf Stärke 1 bis 2 nachgelassen und auch der Küstendunst war nur noch leicht. Um 22.05 Uhr erreichte der Verband die Hafensperre von Genua und um 22.50 Uhr wurde festgemacht.



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Die nächsten Tage lag R 212 weiterhin in Genua, was vermutlich zur auf den nebenstehenden Bildern dokumentierten Infanterieausbildung genutzt wurde. Bemerkenswert dabei ist die Tatsache, dass die Besatzung von R 212 mit recht handlichen Gewehren italienischer Produktion ausgerüstet waren. Damit konnte man zwar nach Aussage von Max RAUB im Ernstfall kaum etwas treffen, sie waren aber bei den Männern dennoch nicht unbeliebt, weil man sie zerlegt gut und damit relativ bequem im Seesack verstauen konnte.



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Erst am 11.11.1944 um 18.00 Uhr lief R 212 bei starkem Nordnordwestwind in Stärke 4 bis 5 und Seegang in Stärke 2 erneut mit dem Räumboot R 198 und den Unterseebootsjägern UJ 2226 und UJ 2221 aus, um den Kriegstransporter KT 14 nach La Spezia zu geleiten. Bereits um 18.40 Uhr hatte R 198 den Funkbefehl der vorgesetzten 7. Sicherungsdivision unter Kapitän zur See Hans REHM bekommen, zusammen mit R 212 zur Bergung eines treibenden Seenotbootes, das gemeinsam mit einer Peniche von Imperia nach Genua unterwegs gewesen war, zur Südostecke des Minenwarngebietes „Rettich“ zu fahren. Um 19.09 Uhr wurde Portofino passiert. Ab 19.28 Uhr umkreiste ein feindlicher Seeaufklärer den Verband und warf mehrmals Leuchtschirme. Um 20.07 Uhr erfolgte bei Punkt „714B“ des Geleitweges ein Bombenangriff auf R 198.

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Vier Bomben fielen 20 bis 30 m von der Steuerbordseite des Bootes entfernt ins Wasser, wodurch leichte Bootsschäden entstanden und zwei Verwundete zu beklagen waren. Der Luftaufklärer konnte ab 20.14 Uhr von deutscher Seite nicht mehr festgestellt werden und der Kommandant von R 198, Oberleutnant zur See BERNDS, entschloss sich, zunächst nach La Spezia zur Abgabe der Verwundeten und zur Untersuchung des Bootskörpers zu gehen. Erst danach wollte er dem vorstehenden Befehl der 7. Sicherungsdivision nachkommen. Um 20.15 Uhr wurde achteraus die letzte feindliche Leuchtbombe ausgemacht. Punta Mesco wurde um 21.00 Uhr und die Insel Tino um 21.53 Uhr passiert. Das Geleit erreichte dann um 22.20 Uhr die Hafensperre von La Spezia.

Schon am 12.11.1944 um 00.20 Uhr liefen R 198 und R 212 bei Südostwind in Stärke 2, Seegang in Stärke 1, leichter Bewölkung und guter Sicht zur befohlenen Suche nach dem abgetriebenen Seenotboot samt Peniche wieder aus La Spezia aus. Von 01.18 bis 02.45 Uhr wurde das fragliche Seegebiet an der Südostecke des Minenwarngebiets „Rettich“ erfolglos abgesucht und um 05.00 Uhr liefen die beiden Räumboote wieder in La Spezia ein.

Max RAUB ist aufgrund eines Telefonats mit Horst BREDOW, dem bekannten Gründer des Deutschen U-Boot Museums in Cuxhaven-Altenbruch und damaligen Oberfähnrich zur See, davon überzeugt, dass die befohlene Erkundungsfahrt nach dem vermissten Seenotboot eigentlich auch eine Suche nach Horst BREDOW selbst war. Dieser war nämlich von einem nicht näher bezeichneten Fahrzeug durch ein unbekanntes Ereignis über Bord gegangen und trieb dann längere Zeit im Wasser, bis er schließlich doch noch gerettet werden konnte. Horst BREDOW war in diesem Zeitraum Kommandantenschüler bei der 4. Landungsflottille und er übernahm nur wenige Wochen später vertretungsweise das Kommando über MF 865, einen Minenfährprahm der 4. Gruppe dieser Flottille. Insofern wäre es denkbar, dass er auf dem besagten Seenotboot, bei dem es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um ein nicht näher identifiziertes Fahrzeug namens Mascotte gehandelt hat, für eine Belehrungsfahrt oder ähnliches eingeschifft war, zumal dieses Boot bereits am 09.11.1944 um 00.30 Uhr zusammen mit den Fährprähmen F 488, F 503, F 751 und F 799, die Verpflegung transportierten, in Imperia ein- und um 17.30 Uhr wieder nach Genua ausgelaufen war, wo es am nächsten Tag um 02.10 Uhr auch ankam. Offenkundig muss die Mascotte dann erneut nach Imperia marschiert sein, beendete dann aber ihre Rückfahrt nach Genua nicht. Dabei befand sich möglicherweise Horst BREDOW zum angedachten Zweck an Bord, aktenkundig ist diese reine Vermutung allerdings nicht.

Am 12.11.1944 um 17.30 Uhr verließen R 198 und R 212 zusammen mit den Marinefährprähmen F 488, F 554, F 748 und F 947, der Peniche KÖLN und dem Schlepper ROBUSTO, der die Fahrzeuge LILLI und PEGASO im Schlepp hatte, bei Nordwind in Stärke 2, Seegang in Stärke 0 bis 1, leichter Bewölkung und schlechter Sicht La Spezia zur Fahrt nach Genua. Die Fährprähme wurden bereits um 18.38 Uhr vor Punta Mesco entlassen und der restliche Verband erreichte um 23.50 Uhr Genua.

Am 13.11.1944 um17.25 Uhr waren die Wetterbedingungen mit starken Nordnordwestwind in Stärke 5 bis 6, in den Böen sogar in Stärke 7 bis 8, Seegang in Stärke 2, bewölktem Himmel und schlechter Sicht recht unangenehm, dennoch liefen R 198 und R 212 zusammen mit den aus italienischer Fertigung stammenden Räumbooten RA 252, RA 254, RA 258 und RA 263 zur Aufklärung und Suche nach dem abgetriebenen Seenotboot und der Peniche aus Genua aus. Allerdings mussten sie bereits um 17.50 Uhr wegen der Wetterlage und zu grober See kehrt machen und liefen um 18.15 Uhr wieder in Genua ein. R 198, R 212, RA 254 und RA 258 unternahmen um 19.28 Uhr einen erneuten Auslaufversuch, mussten aber um 20.40 Uhr auf der Höhe von Arenzano bei Nordnordwestwind in Stärke 6 und in Böen sogar bis 8, und Seegang in Stärke 3 den Rückmarsch antreten, weil stark überkommende See den Ausguck und Waffeneinsatz unmöglich machte. Die Boote machten um 21.45 Uhr wieder in Genua fest. Im Kriegstagebuch des Deutschen Marinekommandos Italien unter Vizeadmiral Werner LÖWISCH wird dieses Unternehmen als erfolgloser Aufklärungsvorstoß nach Westen bezeichnet, der wegen Südostwind und mittlerem Seegang vorzeitig abgebrochen werden musste.

Am nächsten Tag, den 14.11.1944, musste bei umlaufenden Winden in Stärke 4 bis 5, Seegang in Stärke 3, Dünung aus Süden und bedecktem Himmel das um 12.30 Uhr befohlene und für 17.30 Uhr geplante Auslaufen der Unterseebootsjägern UJ 2229 und UJ 2221, sowie der Räumboote R 198 und R 212 nach La Spezia wegen zu hoher Dünung, die einen wirksamen Waffeneinsatz unmöglich machte, vorerst verschoben werden, nachdem um 17.40 Uhr die beiden voraus gelaufenen Räumboote wieder die Sperrlücke einlaufend passiert und gemeldet hatten, dass der Marsch wegen des Seegangs nicht möglich wäre.

Den 15.11.1944 verbrachte R 212 weiterhin in Genua, vermutlich wegen des anhaltend schlechten Wetters mit Seegang in Stärke 4 bis 5 bei südsüdöstliche Dünung.


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Am 19.11.1944 geleiteten UJ 2221 und UJ 2229 zusammen mit den Räumbooten R 162, R 189 und R 212 einen Kriegstransporter von Genua nach La Spezia und am nächsten Tag erfolgte das Rückgeleit nach Genua in der selben Verbandszusammensetzung. Noch am 20.11.1944 eskortierten UJ 2221 und UJ 2229 zusammen mit den Räumbooten R 189 und R 212 einen Kriegstransporter von Genua nach La Spezia, wobei die beiden Räumboote auf der Höhe von Sestri Levante zur Suche nach Überlebenden des versenkten Unterseebootsjägers UJ 2207 entlassen wurde. Dieses Boot von Oberleutnant zur See Friedrich ZOLLER war am 19.11.1944 um 22.07 Uhr von den alliierten Schnellbooten MTB 420, MTB 422 (britisch) und PT 308 (amerikanisch) angegriffen und torpediert worden, als es den Dampfer DOMINANTE (1891, 1.100 BRT) auf der Fahrt von Genua nach La Spezia sicherte. Von der 85 Mann starken Besatzung konnten 59 geborgen werden, fünf waren gefallen und 21 galten als vermisst, darunter der Kommandant. Max RAUB erinnert sich noch gut daran, dass sein Kommandant sehr aufgebracht darüber war, dass manche der im Wasser treibenden Kameraden den zugegebenermaßen unbequem zu tragenden Schrittgurt ihrer Schwimmweste nicht ordnungsgemäß straff gezogen hatten und daher ihr Tod durch Ertrinken vermeidbar gewesen wäre. Oberleutnant zur See Karl MATTHIESSEN kontrollierte daher bei späteren Gelegenheiten stets sehr penibel den ordentlichen Sitz der Schwimmweste.

Am 23.11.1944 sicherten die Unterseebootsjäger UJ 2226 und UJ 2229 zusammen mit den Räumbooten R 189 und R 212 zwei Kriegstransporter auf der Fahrt von Genua nach La Spezia und am nächsten Tag erfolgte das Rückgeleit des selben Verbandes.

Am 25.11.1944 wurde ein Kriegstransporter von den Unterseebootsjäger UJ 2226 und UJ 2229 zusammen mit den Räumbooten R 189, R 198, R 212 und RD 111 von Genua nach La Spezia eskortiert.

Am 27.11.1944 geleiteten der Unterseebootsjäger UJ 2221 und die beiden Räumboote R 189 und R 212 einen Kriegstransporter von La Spezia nach Genua.

Ab 01.12.1944 lag R 212 kriegsbereit in Genua, kam aber nicht zum Einsatz. Vermutlich entstanden die nachfolgenden im Dezember 1944 aufgenommenen Bilder einer Geländeübung in diesem Zeitraum.



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Erst am 04.12.1944 um 21.50 Uhr lief R 212 zusammen mit dem Räumboot R 198 und den Unterseebootsjägern UJ 2228 als Führerboot und UJ 2227 wieder aus Genua aus, um den Kriegstransporter KT 8 nach La Spezia zu geleiten. Der Befehl dazu war erst um 19.40 Uhr erteilt worden. Um 22.20 Uhr passierten alle beteiligten Fahrzeuge bei Nordostwind in Stärke 2, Seegang in Stärke 1, mittelhoher Südsüdwestdünung, aufreißender Bewölkung und Mondschein die Hafensperre. Aber bereits um 22.45 Uhr machte der als Geleit Nr. 812 bezeichnete Verband im Marinequadrat CJ 1341 (44°21‘N, 008°58‘E) wegen guten Fliegerwetters und zu hoher Dünung, der einen Waffeneinsatz verhinderte, kehrt. Um 23.10 Uhr wurde daher wieder die Hafensperre von Genua passiert und um 23.30 Uhr machten alle Einheiten fest.


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Am nächsten Tag, den 05.12.1944, traf der erneute Einsatzbefehl um 15.00 Uhr ein, wonach das Geleit Nr. 812 um 16.30 Uhr nach La Spezia auslaufen sollte. Tatsächlich legten UJ 2228 als Führerboot, UJ 2227, R 212, R 198 und KT 8 um 16.40 Uhr in Genua ab und passierten die Hafensperre bei Südsüdwestwind in Stärke 1, Seegang in Stärke 1, mittelhoher Südsüdwestdünung und geringer Bewölkung um 17.05 Uhr. Um 19.50 Uhr wurde, im Marinequadrat CJ 1359 (44°09‘N, 009°38‘E) stehend, ein auf 188 MHz ortender Seeaufklärer im selben Seegebiet festgestellt. Zu diesem Zeitpunkt blies ein Nordnordostwind in Stärke 3 bis 4, der Seegang hatte auf Stärke 1 bis 2 zugenommen, die Kimm war bleiern und einzelne, tiefhängende Wolken prägten den Himmel. Um 20.16 Uhr, als das Geleit bereits im Marinequadrat CJ 1391 (44°03‘N, 009°46‘E) stand, warf der feindliche Seeaufklärer weit achteraus bei Punta Mesco einen Leuchtschirm und um 20.46 Uhr wurde ein weiterer, auf 168,5 MHz ortender Aufklärer erkannt. Um 20.55 Uhr erreichte der Verband bei Nordwind in Stärke 2 und schlechter Sicht die Hafensperre von La Spezia und um 21.15 Uhr wurde angelegt.



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Bereits am 06.12.1944 um 16.45 Uhr machte sich der gesamte Verband, nunmehr als Geleit Nr. 803 bezeichnet, mit dem Ablegen in La Spezia auf den Rückweg nach Genua. Um 17.05 Uhr wurde bei Südostwind in Stärke 2 bis, 3, Seegang in Stärke 2, bedecktem Himmel, Regen, Südwestdünung und einer auf drei Seemeilen beschränkten Sicht die Hafensperre passiert und die Marschformation eingenommen. Um 18.30 Uhr wurde im Marinequadrat CJ 1359 (44°09‘N, 009°38‘E) für kurze Zeit ein auf 116 MHz ortender Seeaufklärer erfasst. Der Wind hatte zu diesem Zeitpunkt auf Nordwest bei unveränderter Stärke gedreht, der Seegang war etwas höher geworden und erreichte Stärke 2 bis 3, es war weiterhin bedeckt und es stand eine mittelhohe Südsüdwestdünung. Um 21.05 Uhr wurde die Hafensperre von Genua passiert. Das Wetter verschlechterte sich weiter, denn der auf Nordnordwest drehende Wind erreichte jetzt schon Stärke 5 bis 6 und in Böen noch mehr. Der Seegang hatte weiterhin Stärke 2 bis 3, aber die Dünung stand nun aus Westsüdwest bei geringer Bewölkung. Um 21.20 Uhr legten schließlich alle Einheiten im Hafen von Genua an.



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Die folgenden Tage verbrachte R 212 weiterhin in Genua liegend und erst am 15.12.1944 lief es um 16.35 Uhr bei Nordostwind in Stärke 1 bis, Seegang in Stärke 0 bis 1, bewölkten Himmel und mäßiger Sicht durch starken Küstendunst zusammen mit dem Räumboot R 198 und den Unterseebootsjägern UJ 2221 und UJ 2226 aus Genua aus, um den Kriegstransporter KT 43 nach La Spezia zu eskortieren. Da UJ 2221 mit einem Funkmessgerät – das ist die damals übliche deutsche Bezeichnung für ein Radargerät - ausgestattet war, fuhr es als Führerboot und dessen Kommandant, Oberleutnant zur See der Reserve DAHL war gleichzeitig Geleitführer. Die Hafensperre von Genua wurde um 16.51 Uhr passiert und um 16.55 Uhr wurde wegen eines feindlichen Luftaufklärers außerhalb der Schussweite Fliegeralarm gegeben. Ab 19.20 Uhr meldete das eigene Funkmessbeobachtungsgerät feindliche Ortungsträger, vermutlich Schnellboote. Um 19.27 Uhr schoss UJ 2226 im Marinequadrat CJ 1359 (44°09‘N, 009°38‘E) vier Leuchtgranaten seewärts in Richtung dieser Kontakte und zwischen 19.35 und 19.42 Uhr meldete das Funkmessortungsgerät mehrere kleine Ziele in Peilungen zwischen 120 und 150° und Entfernungen zwischen 2.800 und 4.000 m. Offenbar wurde das deutsche Geleit aber nicht von der feindlichen Aufklärung erfasst, weil es dicht unter der Küste fuhr und damit schwer zu orten war. Die Hafensperre von La Spezia wurde um 20.33 Uhr passiert und um 20.50 Uhr machten die Einheiten fest.


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Am 16.12.1944 eskortieren die Unterseebootsjäger UJ 2221 und UJ 2226 zusammen mit den Räumbooten R 189 und R 212 einen Kriegstransporter von Genua nach La Spezia. Am nächsten Tag erfolgte das Rückgeleit des selben Verbandes nach Genua. Am 19.12.1944 geleiteten die Unterseebootsjäger UJ 2221 und UJ 2226 zusammen mit den Räumbooten R 189 und R 212 zwei Kriegstransporter von Genua nach La Spezia. Auch in diesem Fall marschierte der Verband in der selben Zusammensetzung am nächsten Tag zurück nach Genua.



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Am 21.12.1944 wurde ein unbekannter Dampfer während der Fahrt von Genua nach Savona von den Räumboote R 162, R 189, R 198 und R 212 geleitet. Das Rückgeleit des selben Verbandes nach Genua fand allerdings erst am 24.12.1944 statt und in der Zwischenzeit ist wohl die nebenstehende Aufnahme vom Salzkochen in Savona entstanden.



Im Achterdeck von R 212 wurde von der Besatzung Weihnachten gefeiert. Auch davon sind einige Bilder erhalten geblieben:


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In den folgenden Tagen muss eine Fahrt dieser Räumboote von Genua nach La Spezia stattgefunden haben, denn am 28.12.1944 sicherten R 162, R 189, R 198 und R 212 zusammen mit RD 111 das Minenschiff NYMPHE (1916, 452 BRT) auf dem Marsch von La Spezia nach Genua. Möglicherweise entstanden zu diesem Zeitpunkt auch die folgenden Aufnahmen einer Geländeübung bei La Spezia im Dezember 1944.


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Am 01.01.1945 lief R 212 bei Nordwind in Stärke 2, Seegang in Stärke 1 bis 2, Mondschein und guter Sicht zusammen mit den Minenfähren MF 819, MF 865 und MF 922 zur Minenaufgabe aus Genua aus. Um 17.41 Uhr wurde vor Genua-Nervi seewärts ein Feindflugzeug außerhalb des Luftabwehrbereichs gesichtet. Westlich von Portofino brachte man an Bord von R 212 um 18.25 Uhr zum Schutz vor Ankertauminen das Scherdrachenräumgerät mit 30 m Tiefenstander aus und um 18.55 Uhr setzte sich das Boot südlich von Portofino vor den Wurfverband. Von 19.11 bis 19.44 Uhr folgten alle Einheiten dem Wurfkurs und die Minenfähren legten ihre gefährliche Fracht. Um 20.27 Uhr barg man auf R 212 wieder das Räumgerät und der Verband trat den Rückmarsch nach Genua an. Um 21.05 Uhr beobachtete man in der Recco-Bucht etwa 1.500 m seewärts einen Bombenwurf und um 22.19 Uhr machte R 212 wieder in Genua fest.


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Am 04.01.1945 um 17.15 Uhr legte R 212 wieder in Genua ab, um zusammen mit R 162, R 189 und R 198 das Minenschiff NYMPHE (1916, 452 BRT) bei einer bevorstehenden Minenaufgabe zu sichern. Das Wetter war mit auffrischenden Südostwind in Stärke 3 bis 4, hohem Seegang in Stärke 3 bis 4 und sehr schlechter Sicht alles andere als angenehm. Das weitere Auslaufen verzögerte sich wegen eines Ruderschadens auf NYMPHE, aber um 18.40 Uhr konnte der Marsch zum Wurfort der Minen angetreten werden. Die Führung des Verbandes hatte der neue Gruppenführer der Räumbootsgruppe der 22. Unterseebootsjagdflottille, Oberleutnant zur See FUNDA, der sich auf R 198 eingeschifft hatte.

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Bis 21.00 Uhr verschlechterte sich das Wetter zusehends, sodass die Boote oft unter Sprühwasser standen, weil Wind und See von vorne kamen. Trotz dieser Bedingungen gelang es R 162 um 22.50 Uhr, das Suchgerät mit 15 m Tiefenstander auszubringen, was Oberleutnant zur See FUNDA im Kriegstagebuch als anzuerkennende Leistung würdigte. Um Mitternacht stand der Verband westlich von Punta Mesco und von 00.26 bis 01.00 Uhr am 05.01.1945 wurde der Wurfkurs bei Südostwind und Seegang in Stärke 4 bis 5, bewölkten Himmel, Regen und sehr schlechter Sicht abgelaufen. Unmittelbar danach wurde der Rückmarsch nach Genua angetreten, wobei die Boote hart in der langen See arbeiteten und bis zur Kentergrenze schlingerten. Um 02.20 Uhr musste R 162 das hoffnungslos vertörnte Suchgerät kappen und damit aufgeben, weil ein Klarieren bei der herrschenden Wetterlage undenkbar war. Um 06.30 Uhr standen die Boote wieder vor Genua-Nervi, verloren sich aber jetzt bei Ostwind in Stärke 5 und Seegang in Stärke 4 bis 5 durch starkes Schneetreiben, das jegliche Sicht nahm, aus den Augen und versuchten einzeln die Hafeneinfahrt zu erreichen. Zuerst gelang dies R 162, das bereits um 07.45 Uhr festmachte. Das Führerboot R 198 funkte um 07.47 Uhr etwas hilflos wirkend an die vorgesetzte 7. Sicherungsdivision den folgenden Text: Stehe vor Hafeneinfahrt, bitte um Standort. Um 08.12 Uhr machte R 212 fest, wobei „Bubi“ SCHOLZ und Max RAUB die vergangenen navigatorischen Herausforderungen gut gemeistert hatten. R 189 und R 198 liefen schließlich um 08.30 Uhr ein und etwas später kamen auch die von einem Aufklärungsvorstoß zurückkehrenden Torpedoboote TA 24, (ex italienisch ARTURO), TA 29 (ex italienisch ERIDANO) und TA 32 (ex italienisch PREMUDA, ex jugoslawisch DUBROVNIK) an.



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Am 06.01.1945 wurde R 212 in Genua ausgegast, d.h. es wurde vornehmlich von Ratten, aber auch von anderem Ungeziefer befreit.



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Zur östlichen Flankensicherung eines Vorstoßes der Torpedoboote TA 24, (ex italienisch ARTURO), TA 29 (ex italienisch ERIDANO) und TA 32 (ex italienisch PREMUDA, ex jugoslawisch DUBROVNIK), wobei auch die Beschießung von Calvi auf der Insel Korsika vorgesehen war, legten am 10.01.1945 um 18.00 Uhr bei Ostwind in Stärke 2 bis 3, Seegang in Stärke 1, bewölktem Himmel und schlechter Sicht als erste Gruppe R 198, RA 254 und RA 263, die von Oberleutnant zur See FUNDA auf R 198 geführt wurden, und als zweite Gruppe RA 252, RA 253 und R 212 unter der Führung des italienischen Kapitänleutnants MAGRINI auf RA 252 in Genua ab. Um 19.00 Uhr erfasste das Funkmessbeobachtungsgerät des Führerbootes R 198 feindliche Schnellboote querab von Portofino im Minenwarngebiet „Rettich“. Kurz vor Portofino meldeten sowohl die eingeschiffte B-Gruppe auf R 198, wie auch dessen Funkmessbeobachtungsgerät eine weitere Schnellbootsgruppe voraus unter Land stehend. Oberleutnant zur See FUNDA entschloss sich daher, die Rapallo-Bucht auszufahren und nicht zu überqueren, um sich weiter der feindlichen Ortung zu entziehen. Er hoffte so, nicht zwischen beide gegnerische Schnellbootsgruppen zu geraten und seine befohlene Standlinie möglichst ohne vorherige Gefechtsberührung zu erreichen. Vor Chiavari sackte RA 263 plötzlich achteraus und meldete Maschinenstörung, worauf die Fahrt zunächst auf 12 kn und später auf 9 kn herabgesetzt werden musste. Um 20.07 Uhr funkte die 7. Sicherungsdivision an R 198, auf der „Via Augusta“ zu laufen, also den Hochseeweg, dessen exakter Verlauf dem Verfasser leider nicht bekannt ist, und nicht den Küstenweg zu nehmen. Vor Sestri Levante drehte daher der gesamte Verband nach See zu ab. R 198 musste dann aber zusammen mit RA 254 stoppen, weil bei Ostwind in Stärke 3, Seegang in Stärke 0 bis 1, bewölktem Himmel und schlechter Sicht die restlichen vier Boote nicht mehr auszumachen waren. Um 20.42 Uhr informierte die 7. Sicherungsdivision per Funk R 198, dass die Aufgabe der TA-Boote abgebrochen worden und daher kehrt zu machen sei. R 198 und RA 254 wendeten zwei Minuten später, um die restlichen Boote aufzunehmen, traten aber schließlich doch alleine den Rückmarsch nach Genua an, weil sich die außer Sicht befindlichen Boote auch auf dauernden Morseanruf hin nicht meldeten und Oberleutnant zur See FUNDA folgerichtig annahm, dass die Boote nach dem Funkspruch bereits selbständig den Rückmarsch begonnen hatten. Bis zur Recco-Bucht hielten feindliche Schnellboote am Räumbootsverband Fühlung, aber um 22.30 Uhr erreichten R 198 und RA 254 Genua, während R 212, RA 252, RA 253 und RA 263 um 23.35 Uhr dort ankamen.

Am 11.01.1945 lag R 212 nicht wie üblich westlich der Ponte dei Mille an der Calata Zingari, sondern östlich davon an der Calata Santa Limbania, wo normalerweise die italienischen Boote ihren Liegeplatz hatten. Durch einen Luftangriff von alliierten Jagdbombern auf Genua waren auf R 212 ein Toter und ein Leichtverwundeter zu beklagen – Fritz RÜWELER fiel an diesem Tag am Heck des Bootes, als er versuchte, diesen Angriff mit seinem 2 cm Geschütz abzuwehren. Seine Beerdigung fand am Friedhof von Genua statt, wovon die nachfolgenden Bilder Zeugnis ablegen.



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Am 12.01.1945 um 18.45 Uhr musste eine vorgesehene Geleitfahrt von R 198 und R 212, die die beiden Kriegstransporter KT 8 und KT 49 von Genua nach La Spezia bringen sollten, verschoben werden, weil KT 8 nicht einsatzbereit war.

Erst am 13.01.1945 um 17.15 Uhr liefen die Räumboote R 198 und R 212 zusammen mit den Kriegstransportern KT 8 (in Ballast) und dem beladenen KT 49 bei Südostwind und Seegang in Stärke 2, bewölktem Himmel und schlechter Sicht von Genua nach La Spezia aus. Die Führung des Verbandes, der gemäß der alliierten Funkaufklärung die Bezeichnung Geleit Nr. 960 führte, lag bei R 198. Um 19.36 Uhr reagierten die Kriegstransporter auf eine Schnellbootsortung mit dem Schießen von Leuchtgranaten, eine Sichtung von Feindfahrzeugen erfolgte aber nicht. Die 7. Sicherungsdivision befahl R 198 um 19.55 Uhr per Funkspruch, dass sich der Verband bei Punta Mesco dicht unter Land halten sollte. Um 19.55 Uhr wurde schließlich in La Spezia eingelaufen.

Am 14.01.1945 um 17.17 Uhr legten R 198, das wieder als Führerboot diente, und R 212 bei Nordwind in Stärke 2 bis 3, Seegang in Stärke 2, heiterem Himmel und guter Sicht in La Spezia ab, um KT 8 und KT 49 nach Genua zu bringen. Um 19.23 Uhr erfolgte bei Punta Baffe die Ortung von gegnerischen Schnellbooten. Obwohl beide Kriegstransporter Leuchtgranaten schossen, wurden keine Fahrzeuge gesichtet. Der Verband lief um 21.30 Uhr in Genua ein.

Am 15.01.1945 lag R 212 in Genua, für die Zeit danach liegen leider keine relevanten Kriegstagebücher mehr vor.

Aus deutschen Funksprüchen, die von den Alliierten abgefangen worden waren, geht jedoch hervor, dass die Räumboote R 189 und R 212 am 05.02.1945 zunächst die Kriegstransporter KT 43 und KT 49 von Genua, wo um 18.30 Uhr ausgelaufen wurde, als Geleit Nr. 988 mit einer Marschfahrt von 13 kn nach La Spezia eskortierten und dann von dort gegen 21.30 Uhr auslaufen sollten, um als Markierungsboote 2 sm südlich von Punkt „C“ für die gegen 18.30 Uhr aus Genua auszulaufenden Torpedoboote TA 24, (ex italienisch ARTURO) und TA 29 (ex italienisch ERIDANO) zu dienen. Danach sollten sie mit 15 kn Geschwindigkeit nach La Spezia zurückkehren. Die Torpedoboote sollten im Quadrat CJ 1661 (43°27‘N, 009°46‘E, westlich der Insel Gorgona) die Aufgabe „Hagel 1“ erledigen und dann mit 24 kn Geschwindigkeit wieder zurück nach Genua marschieren. Offensichtlich wurde dieses offensive Minenunternehmen der beiden Torpedoboote jedoch um mindestens einen Tag verschoben, denn nach einem späteren Funkspruch sollten sie erst am 06.02.1945 um 18.30 Uhr aus Genua über die „Via Cassia“ auslaufen, um Mitternacht auf dem Punkt „718“ stehen und am 07.02.1945 gegen 01.30 Uhr wieder in Genua sein. Die beiden Räumboote sollten demnach am Abend des 06.02.1945 aus La Spezia über die „Via Levante“, deren Verlauf dem Verfasser nicht bekannt ist, auslaufen und am 07.02.1945 gegen 03.00 Uhr in La Spezia anlegen. Vermutlich konnte die Operation aus unbekannten Gründen auch nicht zu diesem Termin durchgeführt werden, denn in der einschlägigen Literatur wird dafür die Nacht vom 08. auf den 09.02.1945 genannt.



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Obwohl Max RAUB bereits Ende Jänner 1945 um einen wohlverdienten Urlaub angesucht hatte und dieser grundsätzlich auch gewährt wurde, konnte er ihn zunächst nicht antreten, weil der Urlaubsbeginn immer wieder verschoben wurde, wie er in seinen Briefen nach Hause immer wieder bedauerte. Der Grund dafür lag darin, dass ein Flottillenangehöriger erst dann in den Urlaub entlassen werden konnte, wenn ein bereits auf Urlaub befindlicher Kamerad wieder zur Flottille zurückgekehrt war. Zu diesem Zeitpunkt wurden allerdings bereits Marineangehörige, die sich auf dem Rückweg zu ihren Frontkommandos befanden und kein Bordkommando hatten, rücksichtslos zu ad hoc gebildeten Alarmeinheiten zusammengefasst. Erst am 25.02.1945 wurde Max RAUB vom Flottillenadjutanten ein 18-tägiger Einsatzurlaub nach Wien genehmigt, den er dann etwas später auch tatsächlich antreten konnte.

Gleichzeitig wurden gemäß abgefangener deutscher Funksprüche bis 27.02.1945 die Räumboote R 162, R 189, R 198, R 199, R 212, RA 254 und RA 258 für eine unbekannte Aufgabe bereitgehalten, erst in Genua und dann in Santa Margherita bei Rapallo.

Sehr viel später, nämlich im Jahre 1947, stellte sich heraus, dass am 26.02.1945 der ältere Bruder von Max RAUB, Engelbert, als Luftwaffenangehöriger im Erdkampfeinsatz, für den er kaum ausgebildet gewesen war, bei Saarbrücken ums Leben gekommen war.



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Am 05.03.1945 wurde Max RAUB das Kriegsabzeichen für Minensuch-, U-Boots-Jagd- und Sicherungsverbände verliehen, was in der Regel nach der Teilnahme an drei Gefechten geschah.


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Max RAUB erlebte am 12.03.1945 einen der schwersten alliierten Luftangriffe auf Wien, bei dem 747 Bombenflugzeuge, darunter 225 vom Typ B-17 und 522 vom Typ B-24, unter dem Schutz von 229 Begleitjägern 1.667 t Bomben über der Stadt abwarfen und dabei unter anderem die weltbekannte Oper schwer in Mitleidenschaft zogen. Er war dann, rechtzeitig bevor die sowjetische Armee am 04.04.1945 vor den Toren Wiens stand, wieder am 10.04.1945 zurück in Genua. Dabei war die Rückkehr zu seiner Flottille aufgrund der Wirren in diesen letzten Kriegswochen alles andere als einfach. Beispielsweise musste er nach der Abreise von Wien bereits in Böheimkirchen wieder umkehren, weil vier alliierte Jagdbomber einen am dortigen Bahnhof abgestellten deutschen Munitionszug zerstört hatten, was eine Fortsetzung der Bahnfahrt verhinderte. Drei Tage nach seiner glücklichen Ankunft in Genua feierte Max RAUB seinen 19. Geburtstag.

Nach abgefangenen deutschen Funksprüchen geleiteten am 12.04.1945 der Unterseebootsjäger UJ 2226 und die Räumboote R 162, R 189 und R 212 die Kriegstransporter KT 43 (beladen) und KT 49 (in Ballast) mit einer Marschfahrt von 12 kn von Genua nach La Spezia. Der Verband wurde als Geleit Nr. 164 bezeichnet, der während der Fahrt vier Mal mit Bomben, wodurch ein Toter und ein Verwundeter zu beklagen waren, und um 04.37 Uhr nahe Punta Mesco erfolglos von sechs Schnellbooten mit acht Torpedos angegriffen wurde. In der Literatur findet sich dieser Angriff ebenfalls, allerdings nur von drei Booten der 7. MTB-Flottille (MTB 422, MTB 423 und MTB 377) vorgetragen, die sechs Torpedos abschossen. Das geplante Rückgeleit nach Genua in der selben Zusammensetzung und mit der Bezeichnung Geleit Nr. 159 wurde erst um 24 Stunden und dann am 13.04.1945 um zwei Tage verschoben, weil zeitweise sogar die Besatzungen der Kriegstransporter zur Partisanenbekämpfung eingesetzt werden mussten. Es lief dann offenbar als Geleit Nr. 163 erst am 15.04.1945 um 20.30 Uhr aus La Spezia nach Genua aus.

Der letzte Einsatz der verbliebenen Räumboote in Genua erfolgte am 23.04.1945, als vor dem Hafen noch einmal Seeminen in die Lücken zwischen den dortigen Minensperren geworfen wurden. Aber schon am nächsten Tag gegen 07.00 Uhr erteilte der Flottillenadjutant der 22. Unterseebootsjagdflottille aufgrund der militärischen Lage den Stichwortbefehl „Schlussakkord“, womit unter anderem auch die Selbstversenkung von R 162, R 189, R 198, R 199 und R 212, sowie von UJ 2227 als letzten Unterseebootsjäger der Flottille angeordnet wurde. Alle Boote sanken wenig später an der Ponte dei Mille, während in den frühen Morgenstunden an der daneben liegenden Ponte Andrea Doria bereits TA 32 (ex italienisch PREMUDA, ex jugoslawisch DUBROVNIK), das als „der letzte Mohikaner“ bezeichnete letzte Boot der 10. Torpedobootsflottille, selbst versenkt worden war. Max RAUB erinnert sich heute noch gut daran, wie dabei die Festmacherleinen jeweils mit einem ohrenbetäubenden Knall gerissen waren. Die Besatzungen versammelten sich dann in unterschiedlichen landseitigen Stützpunkten, wo sie sich zur Verteidigung einrichteten. Max RAUB landete dabei im nahegelegenen massiven Gebäude des Hafenkapitäns. Der Stützpunkt der 22. Unterseebootsjagdflottille beherbergte etwa 120 Flottillenangehörige und 80 Infanteristen, die bei einem erfolglosen Ausbruchsversuch hohe Verluste erlitten. Im Stützpunkt der 13. Sicherungsflottille fanden sich rund 700 Angehörige dieser Flottille, der 10. Torpedobootsflottille und auch von der 22. Unterseebootsjagdflottille ein, die aufgrund des starken Feinddrucks aber bald kapitulieren mussten. 170 Soldaten waren im Stützpunkt der 4. Landungsflottille versammelt und weitere rund 500 Mann bildeten den Rest der verbliebenen deutschen Truppen in Genua. Im weiteren Verlauf des Tages wurde der Flottillenchef der 22. Unterseebootsjagdflottille, Korvettenkapitän der Reserve Dr. Horst WACHHAUSEN, nach Verhandlungen mit den Genua beherrschenden Partisanen über einen Waffenstillstand und einen freien Abzug der Deutschen nach Norden auf der Rückfahrt von Freischärlern erschossen. Mit der Wahrung der Geschäfte des Flottillenchefs wurde Oberleutnant zur See Heinrich HANEKAMP, bis vor kurzem noch der Kommandant von UJ 2229, betraut. Max RAUB nutzte die großen, zwischen dem Hafenkapitanat und den Getreidespeichern hinter der Calata Santa Limbania gelagerten Fender als Deckung, um sich von den erhöhten Speichern einen Überblick über die Situation zu verschaffen und konnte von dort aus gut die alliierte Flotte, von deren Größe er erstaunt war, vor den eigenen Minensperren beobachten. Am 26.04.1945 gingen er und seine Kameraden, nachdem sie die beiden Bordhunde MUKI und FIPS einer bekannten italienischen Familie überantwortet hatten, in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Dabei marschierten sie bis ins örtliche Stadion Luigi Ferraris wegen der aufgebrachten Menge pikanterweise nach wie vor mit ihren untauglichen italienischen Gewehren bewaffnet. Dort wurde übernachtet und dann ging es per Lastkraftwagen ins Kriegsgefangenenarbeitslager 336 in Tirrena zwischen Marina di Pisa und Livorno.

Max RAUB wurde in der amerikanischen Gefangenschaft recht bald zum Arbeitsdienst eingeteilt und von einem Kranführer namens John BERLINGER aus Kentucky in die Bedienung eines 10 t – Gleiskettenkrans eingewiesen. Er wurde durchaus wohlwollend behandelt und bei seiner zunehmend selbständigen Tätigkeit erkannte Max RAUB die umfangreichen logistischen Möglichkeiten der Alliierten. Er begann außerdem seine Flucht nach Hause vorzubereiten, auch mit Hilfe einiger Kameraden und des deutschen Lagerkommandanten, einem Oberleutnant zur See. Schließlich war es so weit, dass sich Max RAUB zusammen mit dem Berliner Otto HORN und dem Oberschlesier Theo PIEPRYTZA, bestens mit Verpflegung und Werkzeugen ausgestattet, vom Wiener Kameraden Christian LUDWIG, der als Dolmetscher für die Amerikaner im Lager arbeitete, in einem Eisenbahnwaggon, der nach Salzburg bestimmt war, verplomben ließen. Zunächst ging auch alles gut, aber in Verona musste der Italienisch sprechenden Theo PIEPRYTZA, der während des Krieges auf einer Peniche unterwegs gewesen war, feststellen, dass ihr Waggon nach Triest und damit auf Partisanengebiet umgeleitet werden sollte. Die Drei setzten daher ihre Flucht zu Fuß fort und auf einem Bauernhof in Südtirol, wo sie übernachten konnten, erwies sich Giuseppe SANOTTI als wunderbarer Gastgeber. Nachdem sie aber den Brenner überquert hatten, fielen die drei Flüchtigen aufgrund von Verrat französischen Soldaten in die Hände. Sie wurden erneut in ein Kriegsgefangenenlager verbracht, dieses Mal in ein französisches nach Rum bei Innsbruck, einem früheren Barackenlager der Gebirgsjäger. Über eine Innsbruckerin, die Max RAUB während eines Kirchganges kennengelernt hatte, konnte er Ende Jänner 1946 seine Eltern informieren, dass es ihm gut ginge. Während seine beiden früheren Fluchtgefährten erneut aus dem Lager ausbrachen und letztendlich auch ihr Zuhause erreichen, wurde Max RAUB schließlich am 26.03.1946 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Er kam dann am 01.04.1946 im heimatlichen Wien an.

Max RAUB begann bereits am 17.06.1946 seine Tätigkeit als Tischler bei den Österreichischen Bundesbahnen und beendete dort am 31.01.1982 nach fast 36 Jahren seine berufliche Laufbahn als sogenannter Fachbeamter in gehobener Verwendung und mit erweiterten Wirkungsbereich.


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Gleichzeitig mit dem Berufsleben begann Max RAUB zusammen mit Herbert WIEDERMANN wieder den Kajaksport zu trainieren, ab 1947 auch vereinsmäßig bei Schwarz-Weiss-Westbahn. Außerdem entstand in dieser Zeit sein erstes eigenes Boot, dass der Olympiabootsbauer von 1936, Max SCHELLENBACHER aus Linz, dessen Bootswerft 1931 gegründet wurde und noch heute besteht, für ihn entwarf und baute. Eine besondere Herausforderung zur damaligen Zeit stellte dabei die Beschaffung des benötigten Baumaterials (wasserfest verleimte Sperrholzplatten, sogenannte „Fliegerplatten“, Kupferstifte, Bootslack, usw.) und dessen Transport aus der sowjetischen Besatzungszone hinaus nach Linz dar.

1949 erhielt Max RAUB eine Einladung nach Frankreich, um an einer internationalen Regatta im Einer über 1.000 m teilzunehmen. Dabei setzte er sich überraschenderweise sogar gegenüber dem zweimaligen französischen Olympia-Bronzemedaillengewinner Henry EBERHART durch und gewann auf dessen Hausstrecke. Bei der folgenden Österreichischen Staatsmeisterschaft in Gmunden gewann Max RAUB im Einer über 1.000 m ebenso überlegen, wie im Zweier zusammen mit Herbert WIEDERMANN über dieselbe Strecke. Auch mit der Einer-Staffel über 4 x 500 m war er erfolgreich.




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1950 fand die Kanurennsport- Weltmeisterschaft in Kopenhagen statt, wo Max RAUB mit Herbert WIEDERMANN im Zweier über 500 m ebenso die Bronzemedaille errang, wie in der Einer-Staffel über 4 x 500m wiederum mit Herbert WIEDERMANN, außerdem mit Herbert KLEPP und Günther RÜHRNSCHOPF.



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1951 wurde die größte internationale Kanurennsport-Veranstaltung des Jahres mit den weltbesten Kanuten in Hannover abgehalten. Im Zweier über 500 und 1.000 m belegten Max RAUB und Herbert WIEDERMANN hinter den Weltmeistern jeweils den zweiten Platz, im Vierer über 1.000 m gelang sogar ein sensationeller Sieg vor den schwedischen Weltmeistern.



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1952 erfolgte im Kuchelauer Hafen die Ausrichtung eines Kanu- Länderkampfes gegen Dänemark. Max RAUB und Herbert WIEDERMANN siegten sowohl über 1.000 m, als auch überraschenderweise gegen die amtierenden Vize-Weltmeister über 10.000 m. Dies war gleichzeitig die Grundlage für deren Olympianominierung über diese beiden Strecken in Helsinki.



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In Finnland mussten die beiden Olympioniken die lange Distanz aufgrund des herrschenden Seegangs, für den ihr Boot ungeeignet war, mit einem ausgeliehenen und damit ungewohntem Boot bestreiten, sodass sie nur den undankbaren vierten Platz erreichten. Über 1.000 m war das Wetter für ihr eigenes Boot perfekt, aber es stellte sich heraus, dass es um 2 cm zu lang und geringfügig zu schmal war. Ersteres behob Max RAUB durch entsprechende Kürzung von Vor- und Hintersteven, letzteres durch einen auf die entsprechende Länge abgesägten und eingepassten Besenstiel, der wegen der durchtrennten mittleren Deckspanten das Boot auf die richtige Breite brachte. Dabei half das sowjetische Team sehr sportlich mit den dazu benötigten Werkzeugen aus, die den Österreichern fehlten. Schließlich gewannen Max RAUB und Herbert WIEDERMANN die Bronzemedaille über 1.000 m und erfüllten sich damit ihren Kindheitstraum von 1936.



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1953 gewannen Max RAUB und Herbert WIEDERMANN bei den erstmals stattfindenden Westeuropa- meisterschaften in Duisburg über 1.000 und 10.000 m, außerdem im Vierer über 1.000 m.



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1954 fanden die Kanurennsport- Weltmeisterschaften im französischen Macon auf der Saone statt. Im Einer-Staffelbewerb über 500 m errang Max RAUB wie in Kopenhagen die Bronzemedaille, einen Erfolg im Zweier zusammen mit Herbert WIEDERMANN über 500 m verhinderte jedoch ein technischer Defekt und auch über 1.000 m klappte es nicht wie gewünscht. Aber am 26.07.1954 setzten sich ein beiden Athleten bei hochsommerlichen Temperaturen gegenüber 35 anderen Boote durch und wurden Weltmeister über 10.000 m. Diese herausragende sportliche Leistung schlug sich nach der Heimkehr natürlich in einem entsprechenden Medienrummel, Ehrungen und Empfängen nieder.



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1955 siegten Max RAUB und Herbert WIEDERMANN bei den zweiten Westeuropameisterschaften in Zaandam über 10.000 m, belegten den zweiten Platz über 1.000 m und erreichten den dritten Rang über 500 m

Den Abschluss ihrer gemeinsamen Sportkarriere bildete die Teilnahme von Max RAUB und Herbert WIEDERMANN an den Olympischen Spielen in Melbourne. Dort gewannen sie 1956 erneut die Bronzemedaille über 1.000 m.






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Max RAUB beendete nach diesem finalen Erfolg seine aktive Karriere. Insgesamt wurde er jeweils fünf Mal Österreichischer Staatsmeister im Einer über 1.000 m und im Zweier über 500 m, sieben Mal im Zweier über 1.000 m, vier Mal im Zweier über 10.000 m, zwei Mal im Vierer über 1.000 m und vier Mal in der Einer-Staffel über 500 m. Ab 1959 begann er seine erfolgreiche Tätigkeit als Verbandstrainer, wobei die von ihn betreuten Athleten bei Europameisterschaften zwei Bronzemedaillen, bei Weltmeisterschaften vier Gold-, zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen und bei Olympischen Spielen eine Bronzemedaille erringen konnten. 1966 wurde er beim entsprechenden Kongress in die Rennsportkommission des Internationalen Kanu-Flachwassersports gewählt und war fortan als internationaler Kampfrichter bei zwei Europameisterschaften, 17 Weltmeisterschaften und sieben Olympischen Spielen im Einsatz. Bei der 1991 in Wien veranstalteten und vom Hochwasser bedrohten Junioren-Weltmeisterschaft im Kanurennsport bewährte er sich als Hauptwettkampfleiter. Für sein Wirken wurden Max RAUB unter anderem das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich, 1952 das Sportehrenzeichen der Stadt Wien, das Goldene Ehrenzeichen des Österreichischen Eisenbahnersports, 1991 das Goldene Verdienstzeichen des Lands Wien, 1994 das Ehrenabzeichen für Verdienste um den Internationalen Kanusport und 1995 die Medaille für Verdienste um den Sport in Japan, nachdem er dort von 1982 bis 1995 am Aufbau des japanischen Kanusports maßgeblich beteiligt und bei der dort veranstalteten Junioren-Weltmeisterschaft mitgewirkt hatte, verliehen.



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Bildernachweis:

Wenn nicht explizit eine andere Quelle genannt wird, stammen alle in diesem Artikel gezeigten Aufnahmen aus der Sammlung Max RAUB. Selbstverständlich liegt für sämtliche Bilder eine Erlaubnis vor, sie in dieser Abhandlung verwenden zu dürfen. Dafür sei allen Unterstützern sehr herzlich gedankt, namentlich den Herren Thomas WEISS, Karl SCHEUCH, Manfred KRELLENBERG, Peter SCHENK, Pino ESPOSITO, Wilhelm DONKO und Nick LINZER.


Quellenverzeichnis:

Kriegstagebuch des Marineoberkommandos Ostsee, Führungsstab (NARA – Rolle 3842, PG-38770-38771)

Kriegstagebuch des Deutschen Marinekommandos Italien (NARA – Rolle 4253, PG-45020-45024 und NARA – Rolle 2952, PG-45025)

Kriegstagebuch des Admirals Ostland (NARA – Rolle 2622, PG-39078)

Kriegstagebuch des Führers der Minensuchverbände Ost (NARA – Rolle 2640, PG-39569-39570)

Kriegstagebuch des Seekommandanten italienische Riviera (NARA – Rolle 3910, PG-45091)

Kriegstagebuch der Seetransporthauptstelle Genua (NARA – Rolle 2497, PG-45348-45349)

Kriegstagebuch der 31. Minensuchflottille (NARA – Rolle 3261, PG-72742)

Kriegstagebuch der 24. Landungsflottille (NARA – Rolle 3057, PG-49702-49703)

Kriegstagebuch der 11. Räumbootsflottille (NARA – Rolle 3524, PG-73504)

Kriegstagebuch der 22. Unterseebootsjagdflottille (NARA – Rolle 3797, PG-82146-82149)

Kriegstagebuch der 2. Landungsflottille (NARA-Rolle 3071, PG-49596)

Kriegstagebuch der 4. Landungsflottille (NARA-Rolle 3079, PG-49636 und NARA-Rolle 3625, PG-49637)

Kriegstagebuch des Schweren Kreuzers Prinz Eugen (NARA – Rolle 4269, PG-48365)

Geheimer Ostseestationstagesbefehl Nr. 29/1943 vom 15.04.1943

Akt B.Nr. 292/41 Geheim vom 02.05.1941 der Seetransportstelle Tripolis (NARA – Rolle 2536, PG-45894)

Herwig Danner, Kriegsfischkutter, 2001, ISBN 3-8132-0729-3

Herwig Danner, Der Kuttertyp KFK, 2013, keine ISBN

Gerhard Hümmelchen, Die deutschen Schnellboote im Zweiten Weltkrieg, 1996, ISBN 3-8132-0487-1

Walter Lohmann und Hans H. Hildebrand, Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945, keine ISBN

W. Graumann, W. Harnack, A. Teichmann, 1., 2., 3. Torpedobootsflottille – Chronik der Boote T 1 – T 21 1939 - 1945, Band II, keine ISBN

Karl-Heinz Fischer (Hrsg.), Das deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Band 8: Die Ostfront 1943/44 – Der Krieg im Osten und an den Nebenfronten, ISBN 978-3-421-06235-2

Adolf Schlicht, John R. Angolia, Die deutsche Wehrmacht – Uniformierung und Ausrüstung 1933 - 1945; Band 2: Die Kriegsmarine, ISBN 3-613-01656-7

Enzo und Laurent Berrafato, Die Uniformen der deutschen Kriegsmarine 1935 – 1945, ISBN 978-3-938447-42-0

Bernd Bölscher, Hitlers Marine im Landkriegseinsatz 1939 – 1945 – Eine Dokumentation, ISBN 978-3-7386-3509-6

Erich Gröner, Die deutschen Kriegsschiffe 1815 – 1945, fortgeführt von Dieter Jung und Martin Maass, Band 2: Torpedoboote, Zerstörer, Schnellboote, Minensuchboote, Minenräumboote, ISBN 3-7637-4804-0

Erich Gröner, Die deutschen Kriegsschiffe 1815 – 1945, fortgeführt von Dieter Jung und Martin Maass, Band 5: Hilfsschiffe 2 – Lazarettschiffe, Wohnschiffe, Schulschiffe, Forschungsfahrzeuge, Hafenbetriebsfahrzeuge, ISBN 3-7637-4804-0

Erich Gröner, Die deutschen Kriegsschiffe 1815 – 1945, fortgeführt von Dieter Jung und Martin Maass, Band 7: Landungsverbände (II) – Landungsfahrzeuge i.e.S. (Teil 2), Landungsfähren, Landungsunterstützungsfahrzeuge, Transporter; Schiffe und Boote des Heeres, Schiffe und Boote der Seeflieger/Luftwaffe, Kolonialfahrzeuge, ISBN 3-7637-4807-5

Manfred Krellenberg, U-Boot-Jagd im Mittelmeer – Der Einsatz der 22. U-Jagdflottille, ISBN 3-8132-0801-X

Wirich von Gartzen, Die Flottille – Außergewöhnlicher Seekrieg deutscher Mittelmeer-Torpedoboote, ISBN 3-7822-0261-9

Ufficio Storico della Marina Militare, Navi Mercantili Perdute, 3a edizione, Roma, 1997

L.C. Reynolds, H.F. Cooper, Mediterranean MTB ́s at War – Short MTB Flotilla Operations 1939 - 1945, ISBN 0-7509-2274-5

Ultra-Funksprüche (DEFE 3 – 681 bis 685), National Archive, Kew

Hans Dichand, Im Vorhof der Macht – Erinnerungen eines Journalisten, ISBN 3-900436-36-3

E-Mail-Mitteilung von Frau Dr. Jutta BABERG, Deutsches U-Boot Museum, Cuxhaven-Altenbruch

Soldbuch und Feldpostbriefe von Max MAX

Interviews mit Max RAUB am 23.01., 26.03. und 12.11.2016, am 08.04., 30.09. und 30.12. 2017, sowie am 24.03.2018



Abkürzungen

AMD Allgemeiner Marinedienst
BRT Bruttoregistertonne
d.R. der Reserve
F.d.M. Ost Führer der Minensuchverbände Ost
Fähnr. Fähnrich
HJ Hitlerjugend
K.Adm. Konteradmiral
KFK Kriegsfischkutter
kn Knoten
Korv.Kpt. Korvettenkaptän
Kpt.lt Kapitänleutnant
Lt. Leutnant
MA Marineartillerie
Ma.Gfr. Maschinengefreiter
Mtr.Gfr. Matrosengefreiter
Mtr.O.Gfr. Matrosenobergefreiter
NARA National Archives and Records Administration
O.Fähnr. Oberfähnrich
O.Masch. Obermaschinist
O.Mt. Obermaat
O.Strm.Gfr. Obersteuermannsgefreiter
O.Strm.Mt. Obersteuermannsmaat
Olt. Oberleutnant
RAg Rakentenabschußgerät
SA-Kuva finnisches Kriegsbilderarchiv
San.H.Gfr. Sanitätshauptgefreiter
Sig.O.Gfr. Signalobergefreiter
sm Seemeile
St.O.Btsm. Stabsoberbootsmann
Strm.Gfr. Steuermannsgefreiter
WKK Wiener Kajakklub
WLB-BfZ Württembergische Landesbibliothek – Bibliothek für Zeitgeschichte
z.S. zur See
SSW Schwarz-Weiss-Westbahn


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