Tagebuch AF 29 / F 489

von einem Besatzungsmitglied

Maurice Laarmann hat dem Historischen MarineArchiv dankenswerterweise dieses Tagebuch eines Besatzungsmitglieds von AF 29 / F 489 überlassen. Leider ist der Verfasser bisher nicht bekannt.
Er verbrachte die ganze Zeit an Bord dieses Artilleriefährprahms und hielt seine Erlebnisse und Eindrücke nicht nur in Textform fest, sondern illustrierte sein Tagebuch auch noch mit vielen eigenen Zeichnungen und Skizzen.
Da AF 29 die meiste Zeit in der Ostsee eingesetzt war, enthält das Tagebuch auch viele detaillierte Schilderungen der Ereignisse rund um den Zusammenbruch der Ostfront 1944-1945.
Hier finden Sie einige Auszüge und Leseproben aus dem Tagebuch und weiter unten können Sie das komplette Tagebuch als PDF-Dokument herunterladen. Die Dateigröße beträgt 2,9 MB.

Auszüge aus dem Tagebuch

23.07.1943:
Auf AF 29 eingestiegen.
10.08.1943:
1. Probefahrt und Muni.-Übernahme
[...]

14.02.1944:
Geleitzug, 6 Dampfer, AF 29, 35 u. 37, 4 U-Jäger, 17. U-Jagdflottille, gegen 17 Uhr in Kristiansand.
[...]

19.05.1944:
04.10 - 04.15 erstes Gefecht, 40 Il 2, 5 Abschüsse, 1 KFK-Boot fliegt in die Luft, Bombentreffer, 3 Tote, darunter der Kommandant, AF 46 übernimmt die Überlebenden.
Verband: 4 M-Boote, 4 AF, 4 KFK, 1 Flakjäger, 2 R-Boote, 2 U-Jäger. [...]


"Die Minensuchboote beschießen die Küste"

27.09.1944:
15.00 laufen wir von der Werft nach Dünamünde. Als wir in Dünamünde einliefen, lagen AF 5 und AF 9 klar, um in See zu gehen. Wir gehen bei AF 9 längsseits. Kommandantenbesprechung. Inzwischen wird das Boot gefechtsklar gemacht.
16.30 Seeklar, Gruppe Lindenberg läuft aus. AF 5, Af 9, AF 29. 17.30 treffen wir auf drei Minensuchboote, die an St.-B. voraus die Küste beschießen. AF 5 geht beim Führerboot längsseits. Die Minensuchboote stellen das Feuer ein, schmeißen für uns für die Nacht eine kleine Leuchtboje und laufen nach Riga ab.
18.00 wollen wir bei AF 5 längsseits gehen, da kommt Fliegeralarm. Es sind aber eigene Flugzeuge FW 190, "Wilde Sau", sie bombardieren die russischen Stellungen. Wir fahren nun in Kiellinie 3 sm unter der Küste mit nördlichem Kurs.
18.45 jagt AF 5 einige 8,8-cm an Land. Es wird langsam dunkel... [...]

18.03.1945:
Seeklar, es geht ins Haff. Es ist ein schöner Tag. Volle Kriegswache ist aufgezogen, es ist Daueralarm, denn Pe-2, Il-2 und feindliche Jäger sind dauernd über uns.
Drüben an Land bei Balga ist die Hölle los. Unsere Jäger werden stündlich näher an die Haffküste herangedrängt, dort stehen endlose Fahrzeugkolonnen, die nicht mehr weiter können, da sie direkt am Wasser stehen. Fähren um die vielen Fahrzeuge herüber zu holen sind nicht vorhanden.Außerdem wäre es kaum möglich dort herauszukommen, da Bomben und Artillerie fast pausenlos dazwischen hauen. An Land ist es richtig dunkel von den vielen Sprengwolken.

>>>Download des Tagebuchs<<<

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