Name : LEON II (D-50)
Griechischer Name : ΛΕΩΝ ΙΙ (D-50)
Schiffstyp : Zerstörer
Frühere Namen : 1911 TUCUMAN
1912 LEON II (D-50)
Erste Handelsflagge : Griechenland
Besitzer : 1912 Griechische Königliche Marine
Bauwerft : Cammell Laird & Co., Birkenhead, Großbritannien
Baunummer : 701
Baujahr : 1912
Verlustdatum : 18.04.1941
Verlustzeit : 01:20 Uhr
Verlustort : Südlich der Insel Falkonera, Griechenland
Verlustart : Unfall
Verlustursache : Unfall
Mannschafts-Schicksal : Zwei Verluste: Oberleutnant z. See Spyridonos und Fähnrich-Maschinist Daskolias. [A]
Chronik : 1910 von der argentinischen Regierung als Zerstörer TUCUMAN bei „Cammell Laird & Co.“, Birkenhead, Großbritannien, bestellt. [B][C][D][E][K][L]
19.09.1912 für die griechische Regierung als Zerstörer LEON (D-50) in Dienst gestellt. Die griechische Regierung kaufte in diesem Jahr außer der LEON auch die Zerstörer AETOS (ex argentinische SAN LUIS), IERAX (ex arg. SANTA FÉ) und PANTHIR (ex arg. SANTIAGO DEL ESTERO) für 148.000 brit. Pfund das Stuck*. Alle vier Schiffe nahmen bei den Balkankriegen 1912/13 teil. [E][K][L]
03.12.1912 unter dem Kommando von Korvettenkapitän I. Razikotsikas in der Seeschlacht von Elli teilgenommen. [F]
05.01.1913 in der Seeschlacht von Lemnos teilgenommen. [F]
1916 von der französischen Kriegsmarine beschlagnahmt und bis 1918 bereedert. [E][K][M]
1918 an die griechische Königliche Marine zurückgegeben. Anschließend bei der Blockade der Dardanellen und bei den Operationen in der Krim und am Schwarzen Meer teilgenommen. [E][M]
22.12.1921, 10:45 Uhr, im Hafen von Piräus von der Explosion einer eigenen Wasserbombe enorme Schäden erhalten. Die Wasserbombe explodierte, mit großen Verlusten, während sie von Besatzungsmitglieder transportiert wurde. Dabei starben zwei Offiziere, ein Unteroffizier und zwei Matrosen der LEON, sowie zwei Matrosen des nah liegenden Zerstörers IERAX. Unter den Opfern war auch der Oblt.z.S. Agisilaos Laskos, Bruder des legendären Oblt.z.S. Vasilis Laskos, späterer Kommandant des griechischen U-Bootes KATSONIS das am 14.09.1943 von der UJ-2101 (ex griech. STRYMON) versenkt wurde. Das ganze Heck der LEON wurde in die Luft gesprengt und musste erneuert werden. [E][G][I]
1925 ausführlicher Umbau und Bewaffnungserneuerungen durchgeführt. [C][K]
29.10.1940 zusammen mit dem Zerstörer VASILEFS GEORGIOS als Sicherungsschiff tätig, während der Legung eines Minenfeldes zwischen Insel Phleves und Kap Tourlos (Insel Ägina) von den Zerstörern PANTHIR, AETOS, IERAX und HYDRA. [A][C]
31.10.1940 als Sicherungsfahrzeug tätig für die Legung eines Minenfeldes in der Südeuböischebucht von dem Minenleger AXIOS. Die LEON diente unter dem Kommando von Kpt.z.S. Petros Protopappas von dem Anfang des Italienisch-Griechischen-Krieges (28.10.1940) bis zum 18.04.1941 überwiegend als Eskortschiff in der gesamten Ägäis, Bucht von Korinth und Patras, sowie das gesamte Ionische Meer. [A][C][D][E]
16.04.1941 als Sicherungsfahrzeug für den Dampfer ARDENA Pir. 916 von Piräus nach Suda (Kreta) ausgelaufen. In der Nähe der Insel Patroklos (Bucht von Athen) von feindlichem U-Boot mit zwei Torpedos angegriffen**. [A][C]
17.04.1941 in Suda eingelaufen und am selben Tag zusammen mit dem Dampfer ARDENA wieder nach Piräus ausgelaufen. [A][C]
18.04.1941, 01:20 Uhr, südlich der unbewohnten Insel Falkonera durch Navigationsfehler mit der ARDENA kollidiert. Die Kollision war so stark, dass neun Meter des Zerstörerhecks abgerissen wurden wobei auch zwei Wasserbomben explodierten die das Schiff Fahr- und Manövrierunfähig machten. Die LEON wurde von der ARDENA nach Megara (Attika) abgeschleppt. Bei der Kollision kamen zwei Mannschaften ums Leben, der Oberleutnant z. See Spyridonos und der Fähnrich-Maschinist Daskolias. [A][C][D][E]
20.04.1941 vergeblicher Versuch des Zerstörers PANTHIR die LEON nach Suda (Kreta) abzuschleppen. Das Ziel war die LEON weiter nach Alexandrien (Ägypten) zu führen in der Hoffnung dass sie dort repariert werden konnte. [A][C][D]
23.04.1941 der Hochseebergungsschlepper IRINI VERNICOS wurde beauftragt die LEON nach Suda abzuschleppen. Um 23:00 Uhr traf der Schlepper in Megara ein und unter der Sicherung des Zerstörers SFENDONI schleppte die LEON bis nach Suda ab wo sie 40 Stunden später erfolgreich eintraf. Die LEON wurde dort verlassen nachdem ein Teil der Bewaffnung entfernt wurde. [A][C][D]
14.05.1941 während eines Bombardements der deutschen Luftwaffe wurde die LEON getroffen und sank in niedrigem Wasser in der Bucht von Suda. Nach der Besetzung Kretas von dem deutschen Bergungsreferent Kapitän K. Meyer als schwierige Bergung eingestuft und nicht behoben. Das Schiff blieb während des gesamten Krieges in der Bucht von Suda und wurde nach dem Krieg von der O.A.N. (griech. Abwrackungs-Komitee) zum Abwracken versteigert. [N][H][Q][O]

*) Es gibt in der internationalen Fachliteratur viele Diskrepanzen und Konflikte bezüglich der Umbenennung der erwähnten vier ex argentinischen Zerstörer.

**) Nicht von den Achse-Quellen bestätigt. Das italienische U-Boot SIRENA meldete zwar einen Torpedoangriff gegen einen unbekannten feindlichen Zerstörer, das geschah jedoch am 14.04.1941 an der Position 36° 07´ N / 24° 16´ O. (s. [P])

Quellen : 01. [A] Kriegstagebuch der griechischen Königlichen Kriegsmarine (Historisches Institut der Griechischen Kriegsmarine)
02. [B] Dounis, Christos: Die Wracks der griechischen Gewässern 1900-1950, Band I, Edit. Finatec, Athen 2000 (gr.)
03. [C] Fokas, Dimitrios: Der Einsatz der königlichen Marine im Krieg 1940-1944, Edit. GEN, 1968 (gr.)
04. [D] Kavadias, Epaminondas P. (Vizeadmiral): Der Marinekrieg von 1940 – Wie ich ihn erlebte, Edit. Pyrsos, Athen 1950 (gr.)
05. [E] Paizis-Paradellis, Konstantinos: Die Schiffe der griechischen Kriegsmarine 1830 – 1979, Edit. GEN, Athen 1980 (gr.)
06. [F] Fokas, Dimitrios: Die Flotte der Ägäis 1912-1913, Athen 1940 (gr.)
07. [G] Milesis, Stephanos: Die Explosion beim Zerstörer LEON an der Xaverion-Küste, Pireorama 2013
08. [H] KTB des Kommandanten der Seeverteidigung Kreta
09. [I] Karagatsis, M.: Vasilis Laskos, Ed. Estia (gr.)
10. [K] Moore, John E.: Jane´s Fighting Ships of World War I, Studio Editions 1990
11. [L] Whitley, M.J.: Destroyers of World War Two – An International Encyclopedia, Naval Institute Press 1988
12. [M] Halpern, Paul G.: The Naval War in the Mediterranean 1914-1918, Naval Institute Press 1987
13. [N] ADM 199/810 The National Archives, Kew
14. [O] Melissinos, Ioannis: Die Marine im Zweiten Weltkrieg – Der gesamte Beitrag der griechischen Handelsmarine (Motorsegler und Dampfer) 1940-1945, Band I und II, Universität Ioannina 1995 (gr.)
15. [P] Projekt ASS / U-Boot-Erfolge der Achsenmächte 1939-1945
16. [Q] Bundesarchiv-Militärarchiv RW 19/5524
Eingefügt am : 17.03.2016
Eingefügt von : Dimitris Galon
Letzte Änderung : 17.03.2016
Geändert von : Dimitris Galon

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