Marinefährprähme

verfasst von Rene Stenzel unter Mitarbeit von Theodor Dorgeist

Ein Foto von fünf MFP - Farbfotos sind sehr selten!
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Bei Beginn des Krieges hatten weder die deutsche Kriegsmarine noch irgendein anderer Wehrmachtsteil ein Landungsfahrzeug, welches in der Lage war moderne Landungsoperationen zu unterstützen. Nach dem Sieg über Frankreich 1940 sollte eine Landung in England (Operation Seelöwe) durchgeführt werden. Mangels echten Landungsfahrzeugen versuchte man zu improvisieren, indem die verschiedensten Fahrzeugtypen, (Prähme, Penichen, Yachten, Hafenleichter usw.) zu Landungsfahrzeugen umbaute.
Nachdem Ende 1940 erste Erfahrungen mit diesen Gefährten vorlagen gab die Kriegsmarine erste Aufgabenparameter eines neuen Landungsfahrzeuges heraus. Die neuen Landungsfahrzeuge sollten für Nachschubaufgaben ebenso wie für die eigentlichen Landungsoperationen geeignet sein.

Der daraus entstandene Entwurf ähnelte schon allen späteren Versionen des Marinefährprahms. Bei diesem Entwurf waren sowohl das Vorschiff, als auch das Achterschiff hochgezogen, auf dem Mitteldeck und dem Achterschiff sollten sich je ein 2 cm Flakstand befinden, und die Antriebsanlage sollte aus 3 BMW-Flugzeugmotoren mit je 600 PS bestehen, die eine Mindestgeschwindigkeit von 13,5 kn ermöglichen sollten. Mit einer Länge von 46 m, 6,5 m Breite und einem Tiefgang von 0,56 m vorn, sollte eine Beladung mit 3 x 20 t-Panzern ermöglicht werden. Die Flugmotoren waren für den Einsatz in Flugzeugen wegen überschrittener Stundenzahl nicht mehr zugelassen aber technisch voll einsatzbereit.

MFP Typ A


F 236, ein MFP vom Typ A, in einem norwegischen Fjord
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Bei der Umsetzung des Entwurfes wurde es aus praktischen Gründen notwendig, einige schiffbauliche Veränderungen vorzunehmen. So bildete das Mittelschiff einen absolut rechteckigen Kasten, im Vorschiff wurde der Spantenabstand verkürzt, gegenüber dem Entwurf wurde nur noch ein Mittelruder verwendet und der Laderaum im Mittelschiff erhielt ein festes Dach mit 3 verschließbaren Öffnungen, während das Vorschiff eine Abdeckung durch Wellblechtafeln erhielt. Als Antrieb diente ein Deutz 6 zyl. 4 takt Dieselmotor auf die Mittelwelle (als Marschmotor) und 2 BMW 6zyl. 4 takt Ottomotoren auf die Seitenwellen. Bei den 4 mit dieser Mischantriebsanlage ausgerüsteten MFP's stellte sich später heraus, daß die beiden Flugmotoren eine zu geringe Lebensdauer und einen zu großen Brennstoffverbrauch hatten und außerdem sehr empfindlich waren. Man ging daher dazu über, auch für die Seitenwellen die gleichen Kraftwagendiesel einzubauen, wie sie schon für die Mittelwelle verwendet wurden. Der Nachteil des Geschwindigkeitsverlustes von 2 kn wurde von den positiven Eigenschaften, wie längere Betriebsdauer, besserer Manövriereigenschaften und einheitlicher Motoriersierung mehr als wettgemacht.
Ursprünglich war vorgesehen, den ganzen Schiffskörper zu schweißen. Die Bedenken, ob an der Front genügend Schweißerfachleute zu Verfügung stehen würden, führten jedoch dazu, daß nur ein Probe-MFP (F 100) geschweißt wurde, während in der späteren Serienfertigung genietet wurde. Zum Schutz des Motorenraumes und des Steuerstandes gegen Splitter und Infanteriewaffen erhielten sie eine Panzerung aus 20 mm Wh-Platten.
Da auch die Marinefährprähme mit einer MES (Mineneigenschutz)-Anlage ausgerüstet wurden, wodurch sich starke Beeinträchtigungen des Kompasses ergaben, wurde jeder 10. Prahm als Führungsschiff (F 110, F 120, F 130 usw.) mit einer E.K.G.S.-Anlage ausgerüstet, um die Kompassbeeinflussung zu kompensieren.
Der sich hinter dem Hallenaufbau befindliche Laternenmast diente zum Fahren von Dampferlaternen und Führungsschiffe erhielten Achterkante Steuerstand noch einen Signalmast zum Setzen von Flaggensignalen. Beide Masten waren umlegbar. Bei späteren Ausführungen war nur noch der achtere Mast vorhanden.

Um den MFP möglichst senkrecht zur Landungsstelle zu halten und um über Heck wieder ablanden zu können, kam den Heckankern erhöhte Bedeutung zu. Der Typ A besaß davon 2, die in Davits gelagert wurden, zusätzlich zu dem einen Buganker.
Die ursprüngliche Bewaffnung von 2 x 2 cm Flak in Einzellafette, erfuhr im Laufe des Krieges eine stetige Verstärkung. Erste provisorische Maßnahme war die Aufstellung einer 7,5 cm Feldkanone in Radlafette (später in Drehscheibenlafette) vor dem Steuerstand.
Die Besatzung, die ursprünglich mit 2 Unteroffizieren und 10 Mannschaften angesetzt war, wurde aufgrund der verstärkten Bewaffnung auf 3 Unteroffiziere und 14 Mannschaften erhöht. Für im Südraum eingesetzte MFP's wurde zusätzlich eine FT-Einrichtung und ein MG auf dem Hallendach montiert, wodurch sich die Besatzungsstärke auf 21 Mann erhöhte.

Marinefährprahm Typ A
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Fertigungsaufwand

Typ

Eisenbedarf

Holzbedarf

Arbeitsaufwand*

MFP A 180 Tonnen 20 Kubikmeter 32.000 Mannstunden
MFP D 225,5 Tonnen 35 Kubikmeter 38.500 Mannstunden
MNL I 96 Tonnen 20 Kubikmeter 27.000 Mannstunden

*ohne Bewaffnung, Motore und Gerät

MFP Typ A 1

Für den Transport von erbeuteten schweren russischen Panzern, wurde eine geringe Anzahl von Marinefährprähmen umgebaut bzw. verstärkt. Die wichtigsten Änderungen gegenüber dem Typ A bestanden in der Verstärkung und Verbreiterung der Fahrbahn, die Gegengewichtstaschen der Landeklappe wurden nach außen verlegt, Ausschnitt des Laderaumdaches auf halber Länge im Bereich des Mittelschiffes und der Verstärkung der Klapprampe durch 2 gewölbte Spurträger.

MFP Typ AM

Marinefährprahm Typ AM
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Die Forderung, einen flachgehenden Minenleger für das Küstenvorfeld zu schaffen, führte zu den Planungen des Typs AM. Erfahrungen lagen durch die ersten ins Schwarze Meer verlegten Marinefährprähme schon vor. Durch die Knappheit an Sicherungsfahrzeugen versuchte man dort, den MFP als Minensucher oder Minenleger einzusetzen. Aufgrund der schwachen Maschinen und zu geringen Geschwindigkeit erwies er sich zum Minensuchen als ungeeignet. Das Minenlegen, mit einer Kapazität von ca. 36 Minen auf 2 Minenschienen im Laderaum, erschien in Rückwärtsfahrt und dem Minenwerfen über die Landeklappe als vielversprechend, jedoch erwies sich die Geschwindigkeit als zu gering. Dies führte beim Typ AM dazu, daß die Minenschienen auf neue seitliche Anbauten verlegt wurden und die 52 Minen über den Achtersteven in Vorwärtsfahrt geworfen wurden. Dadurch blieb der Laderaum, abzüglich des Gewichtes für die Anbauten, voll nutzbar. Außerdem erwies sich der neue Typ durch Einlegen von Rollen auf die Minenschienen als vorzüglich zum Transport von Sturmbooten geeignet. Dazu befanden sich am Heck, an den Enden der Minenschienen, so genannte Sturmbootrutschen, über die die Sturmboote ins Wasser gelassen bzw. hochgezogen wurden. Die Ladefähigkeit auf den Schienen betrug 16 Sturmboote. Die Bewaffnung glich denen der Vorgängertypen und durch seine Vielseitigkeit bewährte sich dieser Typ ausgezeichnet.

MFP Typ B

Bei der Landung auf den baltischen Inseln im Herbst 1941 erwies sich die Laderaumhöhe als zu niedrig für einige Heeresfahrzeuge (z.B. Funkwagen). Dadurch entstand die Forderung nach einer lichten Raumhöhe von 3,2 m. Um laufende Einsätze nicht zu stören wurde auf den Umbau schon in Dienst gestellter oder fertig gestellter MFP's verzichtet. Bei noch im Bau oder auf Helling befindlichen Neubauten wurde der Innenboden im Ladraum tiefer gesetzt. Die lichte Raumhöhe betrug nun 3,19 m. Dadurch verkürzte sich jedoch die gerade Ladefläche um 3,25 m, weil sich die Steigung der Fahrbahn im Vorschiff um das gleiche Maß verlängerte. Daß man zum Arbeiten nun schlecht an die Bodenzellen herankam und die Kraftstoffzellen in die Seitenzellen verlegt werden mußten, zeigt doch den Improvisationscharakter dieses Typ's.

MZ (Motozattera) Typ A und B

Bei den MZ's Typ A und B handelt es sich um italienische Nachbauten der deutschen MFP Typ A und B. Anstelle der deutschen Motoren wurden 3 Ferrovie Dieselmotoren verwendet und das 7,5 cm Geschütz durch eine 7,6 cm Schnellfeuerkanone ersetzt.

Marinefährprahm Typ MZ-A und -B
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MFP Typ C

Der Typ C glich im Großen und Ganzen dem Typ B, nur war es hier gelungen, die lichte Ladraumhöhe auf 3,29 m zu erhöhen, da das Material für diese Fährprähme noch nicht zugeschnitten war und dadurch beim Bau der Innenboden noch weiter gesenkt werden konnte. Dies bedingte allerdings einige Änderungen am Rahmenspant und den Zugangslöchern zu den Bodenzellen.

MFP Typ C2

Um auch den Typ C für den Transport schwerer Beutepanzer und des Tiger-Panzers herzurichten, wurden für den Typ C2 die gleichen Änderungen wie für den Typ A1 angeordnet. Dazu gehörten die Verstärkung der Fahrbahn und der Längsschotte im Bereich des vorderen Knickes und die Verlegung der Gegengewichte der Klapprampe nach außen. Aufgrund des höheren Laderaumes war ein Ausschneiden des Laderaumdaches, wie bei Typ A1, nicht mehr notwendig. Ebenso erfolgte eine Verstärkung der Klapprampe für eine Tragfähigkeit von 65 t.

MFP Typ C2M

Da mit der Einführung des Typ C2 die Fertigung des Typ A eingestellt wurde, war es notwendig, wieder einen Minenlegertyp herzurichten. Dafür erhielt der Typ C2M die gleichen Anbauten wie der Typ AM (Seitenanbau mit Minenschienen, Abwurfvorrichtungen und Sondervorrichtungen zum Transport von Sturmbooten).

Sonderausführungen des MFP Typ A-C

Sein geringer Tiefgang, einfacher Aufbau und der Einsatz auf fast allen Kriegsschauplätzen führten dazu, daß der Marinefährprahm zu Sonderaufgaben eingesetzt wurde.

Verwundetentransporter

Ohne Änderungen am Schiffskörper und nur durch das Anschweißen von Halterungen an der Decke und versenkbarer Bodenbeschläge, in denen Stander gespannt wurden, die Halterungen für die Rahmenmatratzen enthielten, war es möglich, 48 Caspary-Hängematten in 2 Reihen zu 3 Lagen übereinander einzusetzen.

Tankerausführung

Für den Transport von Benzin oder Dieselöl wurden im Laderaum vier rechteckige öldichte Behälter aufgestellt und verankert. Die Befüllung dieser Tanks erfolgte durch einen Einstiegsschacht, der aus der Laderaumdecke ragte. Die Gesamtkapazität der Behälter betrug 100 cbm und wurde über eine benzinbetriebene fahrbare Pumpe entleert.

Q-Schiff (U-Boot-Falle)

Ein einzelner MFP (F 368) wurde als Q-Falle hergerichtet. Dazu waren erhebliche Umbauten notwendig. Zum einen der Einbau von 2 versenkbaren 7,5 cm Geschützen samt ihrem Geschützunterbau im Laderaum, der Errichtung eines Funkraumes im hinteren Teil des Schiffes, der Einbau eines Horchgerätes in einer Wanne im Innenboden und einem zusätzlichen Mannschaftsraum für 12 Mann. Für das Horch- und Funkgerät wurde die Aufstellung eines weiteren Stromaggregates nötig. Aufgrund der auffälligen Silhouette, der geringen Geschwindigkeit und des geringen Bestreichungswinkel der Geschütze (60°) war der Wert dieser Maßnahme äußerst zweifelhaft und ist vielleicht auch die Erklärung, daß dieser Umbau nur bei einem einzigen MFP erfolgte.

Sperrbrecher-Ausführung

Marinefährprahm Typ B als Sperrbrecher
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Im Zuge der alliierten Luftoffensive, deutsche Binnenwasserstraßen durch Magnetminen zu verseuchen, wurde es notwendig, einen Sperrbrecher für Flüsse und Kanäle zu entwerfen. Was lag also näher, als auf den MFP zurückzugreifen? Bis zur Lieferung des dafür notwendigen Kreuzpolgerätes (es gab Probleme bei der Herstellung und dem Transport des 80 t schweren Kreuzstabes) behalf man sich durch das Einfügen eines U-förmigen Eisenkernes mit Kabelwicklungen im Laderaum des MFP. Später fand man die Lösung, das Kreuzpolgerät teilweise an Bord am Vorschiff zusammenzubauen. Die Räumbreite betrug 40 m bei einem Spreizwinkel nach voraus von 60°. Da die Enden des Gerätes ein wenig über die Bordwand herausragten, mußten sie durch Abweiser aus Winkeleisen geschützt und auf Grund des hohen Gewichtes die Hallendecke ausreichend verstärkt werden. Für die Erzeugung des notwendigen Stromes wurde am Ende des Ladraumes ein separater Maschinenraum geschaffen, in dem man 2 Dieseldynamos von je 50 kW Leistung samt Schaltpult und Treibstoffbehälter aufstellte. Vor diesem E-Werk wurde durch Holzeinbauten ein Wohnraum für die zusätzlichen 6 Mann geschaffen. Trotz dieser vielen achteren Einbauten war das Schiff durch den schweren Kreuzpol im Vorschiff doch sehr stark kopflastig. Es wurde daher unerlässlich im Achterschiff Ballast in Form von Eisenschrott in Beton einzubringen. Die Sperrbrecher-Ausführung bewährte sich so gut, daß eine große Anzahl von ihnen in Bau gegeben wurde. Jedoch blieb ihr Einsatzgebiet, wegen ihres hohen Gewichtes, die Flüsse und Kanäle, bei ganz ruhiger See auch mal das Küstenvorfeld.

MFP Typ D

Obgleich der MFP Typ A sehr erfolgreich seine Aufgaben erfüllte, wurde es auf Grund der vielen Änderungen, die zu den Typen A1, B, C, C2 führten, den bisherigen Kriegserfahrungen und um eine einheitliche Serienfertigung zu ermöglichen, notwenig einen neuen MFP-Typ zu konstruieren. Die Grundforderungen an einen MFP blieben die Gleichen, wurden jedoch für den Typ D dahingehend ergänzt, daß er folgende Verbesserungen aufweisen mußte:

  1. bessere Längsfestigkeit
  2. zweckmäßigere Formgebung
  3. Vergrößerung der Laderaumabmessungen
  4. Verstärkung der Fahrbahn
  5. Verbesserung der Bewaffnung
  6. Verbesserung der Mannschaftsunterbringung

Marinefährprahm Typ D
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Die Entwurfsarbeiten begannen schon 1942. Man änderte den Hauptspantquerschnitt und ging dazu über, den Schiffskörper in Sektionen zusammenzubauen, wodurch der MFP bahnverladefähig wurde. Ebenso trat zur Gewichtseinsparung die Schweißung in den Vordergrund. Der verstärkte Innenboden wurde konstruiert zur Aufnahme von schweren Lasten wie den 65 t Tiger-Panzer und der schweren Haubitze mit 5,5 t Raddruck. Die lichten Abmessungen des Ladraumes entsprachen dem Eisenbahn-Ladeprofil und es konnten damit alle üblichen Lasten und Fahrzeuge befördert werden.

Zur Verbesserung der Seeeigenschaften und der Trimmlage wurde es erforderlich, den Prahm auf 6,59 m zu verbreitern und auf 49,8 m zu verlängern, wodurch der Steuerstand, das Geschütz und der Motorenraum ein wenig nach vorn verschoben wurden.
Als Bewaffnung waren zunächst 2 Fla-Waffen auf dem Achterschiff vorgesehen, wobei die Vordere erhöht aufgestellt wurde. Vor dem Schiffsführungstand war der Einbau einer 8,8 cm U-Bootskanone (ein reines Seezielgeschütz) in erhöhter Aufstellung vorgesehen. Spätere Neubauten erhielten das Geschütz mit Schutzschild und auch die Flakabwehr erhielt dahingehend Änderungen, daß auf dem Achterdeck eine 2 cm mit Schutzschild in Doppellafette, davor erhöht eine 3,7 cm Flak ohne Schutzschild (hinter dem Steuerstand) und auf dem Hallendach ein 2 cm Flakvierling aufgestellt wurden. 1944 wurde eine Endzielbewaffnung festgelegt, die wie folgt aussah: 2 x 2 cm in Doppellafette mit Schutzschild auf dem Achterschiff, ein 3,7 cm Fla-Geschütz mit Schutzschild auf dem überhöhten Stand, als Seeziel- und Fla-Geschütz eine 7,5 cm Pak in Marinelafette 43, eine 3,7 cm Flak auf dem Hallendach und 2 Raketenabwurfgestelle (RAG). Meistens wurde die Fährprähme erst am Einsatzraum mit ihrer Bewaffnung ausgerüstet, daher unterscheidet sich die Bewaffnung zwischen den Kriegsschauplätzen erheblich.
Der nun standardmäßig vorhandene Funkraum enthielt eine 40/70 Watt Funkstation und einen Funkpeiler. Auch bei diesem MFP-Typ verwendete man als Antriebsanlage 3 Kraftwagendiesel mit Schaltgetriebe. Jedoch wurden anstelle der bisherigen Schrauben aus Gusseisen so genannte Hohlblechpropeller verwendet, um Brüche zu vermeiden und einen besseren Wirkungsgrad zu erzielen. Aufgrund von Treibstoffmangel wurde Ende 1944 erwogen, die Fährprähme mit Generatorgasanlagen auszurüsten und 2 der Diesel damit anzutreiben. Einen Diesel beließ man, um jederzeit fahrklar zu bleiben und nicht immer erst auf die notwendige Menge erzeugten Gases warten zu müssen.

Im Gegensatz zum Typ A bestand die Panzerung nicht mehr aus 20 mm Wh-Material sondern aus 25 mm dicken Stahlblechen St60 und schützte das Steuerhaus, das vordere Schutzhaus, die Motorenraumdecke und -seite, Munitionskammer und den Raum mit den Treibölbehältern. Die Decke der Munitionskammer erhielt nachträglich einen Schutz aus 10 cm Beton. Als Besatzung waren 3 Unteroffiziere und 18 Mann vorgesehen, bei der Endzielbewaffnung 25 Mann.

MFP Typ DM

Mit der Einführung des Typ D und dem Ende der Serienfertigung der Vorgängertypen wurde es notwendig auch für den Typ D einen Minenleger zu entwerfen. Dabei gab es 2 Lösungen. Die erste sah auf das Seitendeck verlegte U-Schienen vor, die mittels Stützplatten mit dem Deck verschraubt wurden. Auf diesen U-Schienen verlegte man dann die Minenschienen und einen Belag aus Riffelblech. Diese Konstruktion war sehr leicht und ließ sich am Einsatzort schnell aufbauen, war jedoch nicht sehr seefest.
Die 2. Lösung sah seitliche Anbauten wie beim Typ AM vor. Die Minenplattform hatte ein Länge von 39 m und die Minenschienen, an deren Enden sich die Abwurfvorrichtung befand, in die auch Sturmbootrutschen eingehängt werden konnten, eine Länge von 33 m. Durch diese Anbauten verringerte sich die Tragfähigkeit des Prahmes um 21 t und geladen werden konnten 34 Minen oder 8 Sturmboote.

Marinefährprahm Typ DM
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Sonderausführungen des MFP Typ D

Die Sondereinrichtungen für den Verwundetentransport oder für die Tankerausführung entsprachen denen der Typen A-C (siehe oben).

Sperrbrecher-Ausführung

Abweichend von der Sperrbrecher-Ausführung der Typen A-C lagen die Stäbe des Kreuzpoles auf dem Seitendeck auf und wurden durch das Hallendach gesteckt. Unter dem Kreuzungspunkt baute man ein Querschott mit 2 seitlichen Querriegeln ein. Die Konstruktion des Kreuzpoles entsprach der der Typen A-C und auch hier wurden die erforderlichen zusätzlichen Räume am Ende des Laderaumes untergebracht. Durch den Wegfall des 8,8 cm Geschützes mußte kein zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden.


Auf den folgenden Internetseiten findet man einige Dokumente, die den Wissensstand der Alliierten zu den Marinefährprähmen darstellen:
--> Seite 1
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Marinefährprähme

Übersicht Marinefährprähme

Datensätze: 1254

F 285 geändert am 06.05.2017 13:17
von Rene Stenzel

F 269 geändert am 06.05.2017 13:14
von Rene Stenzel

F 230 geändert am 06.05.2017 13:11
von Rene Stenzel

F 220 geändert am 06.05.2017 13:06
von Rene Stenzel

Bilder und Dokumente

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